Thanksgiving, K├Âlner Frauen, F├╝hrerschein und amerikanische B├╝rokratie

Freitag, 28. November 2008
...das war jetzt wahrscheinlich die gr├Â├čte Schreibpause, seit dem ich hier bin... liegt mitunter daran, dass auch hier mal sowas wie Alltag einkehrt und ich nun nicht den morgendlichen Gang zum B├Ącker dokumentieren m├Âchte... aber auch daran, dass ich die letzte Zeit mehr unterwegs war denn je... und vielleicht auch daran, dass man auch mal Zeit braucht, um auf pers├Ânliche Begegnungen zur├╝ck zu blicken ;-) ...

Happy Thanksgiving



Nun habe ich es erlebt, mein erstes Thanksgiving vor Ort. Ich glaube, ich muss nicht erz├Ąhlen, dass es dieses Fest gibt. Seitdem die Welt multimedial zu einem Dorf verbunden ist, seit Jahren auch Halloween ein fester Bestandteil im deutschen Jahresablauf ist, wird auch diese amerikanische Tradition in Europa wahrgenommen worden sein.

Thanksgiving hat eine Bedeutung hier, die ich so nicht eingesch├Ątzt h├Ątte. Zwar sagte mir die Tage jemand, er f├Ąnde es ziemlich albern, dieses "Erntedankfest" zu feiern, da er pers├Ânlich noch nie einen K├╝rbis vom Acker gepfl├╝ckt h├Ątte. Das erinnerte mich aber dann, als er es so umschrieb, an Erntedankfeste meiner Kindheit im Bergischen, an denen geschm├╝ckte Heuw├Ągen ├╝ber die D├Ârfer fuhren und rustikal und damit ernsthaft die selbst eingefahrene Ernte des Jahres gefeiert wurde. Feste, an die ich ganz heimatliche Erinnerungen habe... Frage mich, ob es diese Tradition noch gibt...

Thanksgiving scheint hier wichtiger als Weihnachten zu sein. Zwar nicht so stark mit famili├Ąrem Schwerpunkt, aber alle essen "Turkey", sprich Truthahn, und vor allem darf keiner alleine sein, jeder sollte eine Einladung haben. Oder selber G├Ąste empfangen. Die Brisanz des Festes wurde sehr dadurch unterstrichen, dass sich meine f├╝rsorglichen sp├Ątjugendliche Freunde Karl-Heinz und Helge kontinuierlich Gedanken machten, wo ich denn nun bleiben k├Ânne. Und die Tatsache, dass fast an jedem Laden Schilder hingen "Donnerstag und Freitag wegen Thanksgiving-Holiday geschlossen" - Holiday in dem Fall eindeutig als Feiertag ├╝bersetzt zu verstehen - verliehen mir selber im Laufe der Woche das Gef├╝hl, dass dies hier eine besondere Zeit ist und ich gl├╝cklich ├╝ber eine Einladung bei Arnaud bin!

Arnaud selber habe ich heute erst kennen gelernt, Bettina hatte mich mit auf die G├Ąsteliste gesetzt. (Wie erw├Ąhnt: Bettina kommt aus Oldenburg, lebt seit 10 Jahren hier und treibt ihr Unwesen sehr eindrucksvoll als Buchdruckk├╝nstlerin: www.bettina-pauly.de). Neben uns Dreien sind beim Essen Odile und Richard zugegen. Odile und Arnaud sind Franzosen und Lehrer, Richard stammt von der Ostk├╝ste der Staaten und ist Odiles Ehemann. Und so essen wir Championsuppe, Gefl├╝gelschenkel (habe mich nicht gewagt zu fragen, ob die nun auch vom Truthahn waren), K├Ąse und Mousse au Chocolate.

Wir starten und ein Uhr mittags und verlassen Arnauds Wohnung gegen halb sieben wieder. Nicht voll gefressen, aber gut ges├Ąttigt. Und in der Zeit wechseln die Gespr├Ąche und die Konstellationen, Arnaud unterh├Ąlt sich streckenweise mit Odile auf Franz├Âsisch, ich mich mitunter mit Bettina auf Deutsch, oder dann sich wieder die ganze Runde auf Englisch. Sehr entspannt, sehr lecker und ich bin wieder beeindruckt, dass man so ein weiteres kleines St├╝ck Amerika erlebt. Amerika ist eben wie hier, ein Multikulti-Haufen irgendwie zusammen.

Zu Fu├č durch San Francisco



Obwohl mir Bettina sagt, dass es kein Problem w├Ąre, dass mich Richard und Odile nach Hause bringen k├Ânnten, w├Ąhle ich den Heimweg zu Fu├č. Habe zwar keine Ahnung, wo ich bin, aber eine kurze Nachfrage bringt die Info, dass die n├Ąchste Stra├če die Divisadero (Street) ist. Die geh├Ârt zu den gro├čen Achsen der Stadt. Das Zurechtfinden in der Stadt ist einfach sehr einfach. Es gibt die Market-Street, die l├Ąuft irgendwie diagonal durch die ganze Stadt, der Rest ist im Schachbrettmuster angelegt und sobald man die Hauptachsen kennt, erreicht man auch ohne Plan jeden Punkt der Stadt. Hauptsache, man schl├Ągt die richtige Richtung ein, und kreuzt irgendwann die Querstra├če, an der man dann nur noch links oder rechts muss...

Ich laufe erst ├╝ber die Broderick - lange Zeit sehr viel und wundersch├Âne Wohngegend. An diesem Tag alles sehr ruhig, es sind nur wenig Leute auf der Stra├če, ich komme an Stra├čen vorbei, die ich bereits kenne, wie beispielsweise an der Felt, an der das DMV (das Stra├čenverkehrsamt) liegt. Zwischendurch mit Blick ├╝ber die ganze Stadt, immer wieder Stra├čenschluchten, heute im Laternenschein. Ich genie├če einfach, die Zeit und die Mu├če zu haben, das genie├čen zu k├Ânnen. Es ist ein wenig wie Heilig Abend auf den Stra├čen - alles sehr ruhig, aber doch wieder anders, da es im Gegensatz zu Halloween oder Weihnachten keinen Thanksgiving-Schm├╝ck-Wahn gibt. Es h├Ąngen die ersten Lichterketten in den B├Ąumen, die vermitteln dezent, dass nun auch hier der Advent begonnen hat.

Komme irgendwann ├╝ber einen H├╝gel und sehe die Leuchtreklame vom Castro-Kino - das ist ein wenig wie der K├Âlner Dom - wenn man diese Neon-R├Âhren von Weitem sieht, wei├č man, wo man ist, und sie geh├Ârt sicher zu den Symbolen des Castro-Viertels. Kurz sp├Ąter springt mir die Leuchtreklame des "Gay Cleaning" ins Auge - ich muss schmunzeln, und frage mich, ob das nun ein Laden ist, in dem der geneigte Mann bis in die letzte Ritze sauber gemacht wird, oder ob es eher auf die Gesinnung der Angestellten schlie├čen l├Ąsst ;-) .

Kurz sp├Ąter stehe ich vor dem Twin Peaks. Seitdem ich hier bin, war ich sicher schon h├Ąufiger als zweimal dort. Egal, ob mittags um zwei oder nachts um elf. Aber es waren immer Leute drin. Heute zu Thanksgiving ist geschlossen, und bietet die Gelegenheit, ein paar ganz seltene Aufnahmen machen zu k├Ânnen. Am Abend der Pr├Ąsidentenwahl war der Laden hier proppenvoll! Nun ist es leerÔÇŽ

Trinke noch zur Feier des Tages ein Margaritha im Men's Room - geh├Ârt zu meinen liebsten Kneipen, Steve steht am Tresen, ich freu mich dar├╝ber, werde pers├Ânlich begr├╝├čt und ich schmetter ihm ein "Happy Halloween" entgegen - was ein Faux Pas. SeiÔÇśs drum. Wenn die hier so viele Feiertage habe, darf ich mich als Immi auch mal vertun ;-). Plauder noch ein wenig mit ein paar Leuten, bevor ich in der Tat nach Hause gehe, um ein kleines St├╝ck Arbeit zu erledigen und die Gelegenheit nutze und die Telefonleitung ins Bergische herstelle.

Ursel und Wiebke



Ein spannender Abend war in dieser Woche der Dienstag. ├ťber diesen Blog hier hat sich ein Treffen mit diesen beiden Frauen ergeben, die ebenfalls in K├Âln gelebt haben. In San Francisco gibt es eine Yahoo!-Group "Deutscher Stammtisch". Auf diesen Seiten gibt es Tipps von Deutschen an Deutsche, die in der Stadt leben. Man kann Babysitter suchen, Steuerexperten bieten sich an, und jeder Neuling kann sich vorstellen. Das habe ich getan, und seit dem, wie ich dann letzte Woche erfuhr, habe ich mit Ursel eine treue Leserin meines Blogs! Und dadurch, dass ich neulich Besuch aus Bremen erw├Ąhnte, veranlasste es Ursel, die neben K├Âln auch dort lebte, sich zu melden. Was ein Gl├╝ck. Habe einen sehr guten Mexikaner kennen gelernt. Zum ersten Mal Margaritha getrunken und eine sehr inhaltsvollen und am├╝santen Abend gehabt.

Witzig an der Stelle, dass Wiebke mich vom Namen her kannte! Wie jetzt? Was? Ich dachte, nun denn, sie wird wie viele Leute in K├Âln irgendeine Verbindung zum WDR haben, hab ich sie bei Britta schon mal auf einer Party getroffen? Nein, weit gefehlt. Sie war bei der ersten BIENE in der Orga dabei, und arbeitet auch hier weiterhin im Bereich der Barrierefreiheit. Und erinnerte sich daran, dass ich (ich mach jetzt mal einen auf dicke Hose) an der BIENE f├╝r den Landtag NRW - zusammen mit meinem "Kooperationspartner" Hellbusch - mitgewirkt hatte, und konnte mich somit auch sofort in eine Ecke stellen!

Ihr lieben beiden - Danke f├╝r den sch├Ânen Abend - ich will noch mal!

F├╝hrerschein und amerikanische B├╝rokratie



Ein ganz anderes Thema ist mein F├╝hrerschein. Nat├╝rlich stellt sich die Frage, ob ich den wirklich brauche. Doch nun hab ich es angesto├čen, und will es nun auch zu Ende f├╝hren. Am Montag hatte ich endlich meine Pr├╝fung, vor drei Wochen hatte ich den Termin bereits vereinbart - die sind wochenlang ausgebucht hier. Hatte mir bei einem Automietservice ein Wagen reservieren lassen. Damit stand am Montag Autofahren auf dem Programm. Habe das Auto abgeholt, alle Versicherungen gebucht, mir noch den Durchschlag der Buchung geben lassen, da ich wusste, dass das DMW die Versicherung nachgewiesen haben will.

Komme fast eine Stunde zu fr├╝h in Dali City zum DMV (F├╝r San Francisco h├Ątte ich noch l├Ąnger warten m├╝ssen), sehe das Schild "bitte hier zur Pr├╝fung einordnen"ÔÇŽ Ja! Richtig gelesen, man f├Ąhrt hier mit dem eigenen Auto zur Pr├╝fung - und reihe mich in die Schlange ein. Lese dann das Schild. "Bitte an Schalter 14 melden, bevor man sich hier einreiht". OK, Auto geparkt, und rein ins DMV. Ganz schnell ist klar, es fehlt "the letter". Bin irritiert, frage nochmal nach, zeige, dass alle Versichrungen gebucht sind. Aber sie meinte, nein, die Autovermietung h├Ątte das wissen m├╝ssen, die brauchen eine bestimmte Bescheinigung, die noch mal ausdr├╝cklich die Versicherung f├╝r die Pr├╝fung best├Ątigt. Nach einigem Hin und Her bittet sie mich, ich solle einfach zur Agentur fahren und die Bescheinigung holen.

Ich sitze im Auto auf dem R├╝ckweg, ganz klar, dass ich bis zu meinem geplanten Termin nicht zur├╝ck sein werde, aber denke mir, jetzt reize ich einfach mal die amerikanischen Beh├Ârden aus, und will wissen, ob ich die Pr├╝fung auch machen kann, auch wenn ich ├╝ber eine halbe Stunde zu sp├Ąt sein werde...

Es ist nicht sonderlich weit, Dali City ist der Ort, der direkt an San Francisco angrenzt und von mir aus nicht weiter weg ist als das Stadtzentrum. Aber ich lese die Autobahnschilder falsch, verfahre mich, bin trotzdem zeitig bei der Autovermietung - und bekomme schlicht weg die Info: Nein, f├╝r F├╝hrerscheinpr├╝fungen verleihen wir gar keine Autos!!! H├Ą - wie bitte - ich habe das Auto explizit mit dieser Info gebucht - aber er sagt, nein, sie w├╝rden das nicht machen. Ich sage ihm, dass ich das verstanden h├Ątte, aber dass man mir so NIE ein Auto vermieten h├Ątte sollen, da ich es ausschlie├člich zu diesem Zweck haben wollte. Gl├╝cklicher Weise ist der Mann sehr kulant, sagt, dass ich das Auto, wenn ich es nicht mehr br├Ąuchte, da lassen k├Ânnte, und er nichts berechnen w├╝rde... Ich freue mich, dass die Kohle nicht weg ist. Aber damit ist der F├╝hrerschein f├╝r heute auch pass├ę...

Mache eine neuen Termin - das geschieht ├╝ber diverse Anruf-Sprach-Computer, was mich stolz macht, wie weit ich da komme, muss den Termin aber noch mal umlegen, da ich zum erst vereinbarten Termin definitiv verhindert bin. Suche die Agentur, die mir Christian zwecks "the letter" empfohlen hatte. Diese ist allerdings nicht mehr da, bzw. die B├╝ros und die Reklame sind noch da, aber alles lehr ger├Ąumt. Reserviere bei einer anderen Agentur ein Auto f├╝r den 12.12., ja er wei├č Bescheid ├╝ber "the letter", es ist alles kein Problem - aber der Bedarf wird auch mit 80 Dollar in Rechnung gestellt. Nun denn, das Auto ist nur reserviert. Vielleicht finde ich ja noch eine Agentur, die preiswerter ist. Bin einfach nur ├╝berrascht, dass eine vermeintlich einfache Angelegenheit von viel B├╝rokratie doch sehr verkompliziert wird. SeiÔÇśs drum...

Muss nun ins Bett, bekomme gerade die Nachricht von Matthias und Matthias, dass sie gleich in Frankfurt in den Flieger steigen... Bevor ich sie morgen vom Flughafen abhole, brauche ich doch noch ein wenig Schlaf - in diesem Sinne - bis die Tage!

Tony Curtis live im Castro-Theater

Donnerstag, 20. November 2008
Ich k├Ânnte nun doch zum Schreibmonster werden, hab nicht ganz so viel Arbeit, von daher unternehme ich viel - und es bleibt einfach spannend...

Dienstagabend fand ein Event der ganz besonderen Sorte statt.
Auf der Castro Street findet man das Castro Theatre. Ganz fern ab von irgendwelchen Multiplex-Kinos ist alleine das Kino - auch ohne einen Film dort zu sehen - ein ganz besonderer Ort. Rund 85 Jahre alt, im (wie ich in Wiki lese) spanisch-colonial-barockem Baustil gebaut. Von dieser Sorte findet man einige in der Stadt, die meisten sind allerdings teilweise mit Brettern verschlagen, in einem ist ein griechischer Supermarkt, in einem anderen ein Autoh├Ąndler. Das Kino auf der Castro ist allerdings gut gepflegt und top erhalten. Der Kino-Saal ist riesig, die Decke unglaublich sch├Ân, die Einrichtung scheinbar noch wie original.

Aber nicht nur die Inneneinrichtung ist wie fr├╝her - auch Prozedere ist wie in vergangenen Zeiten. Vor der Leinwand ist eine Orgel, diese wird ├╝ber irgendeine Hydraulik hoch gefahren, und w├Ąhrend die Kinog├Ąste in den Saal eingelassen werden, spielt der Organist irgendwelche Dudelmusik. Einfach nur lustig, nach dem der gute Mann sein Spiel beendet hat, dreht er sich um, das Publikum jubelt, er verbeugt sich tief, es wird applaudiert. Das macht Spa├č!

A Tribute to Tony Curtis



Der Anlass an dem Abend ist aber nicht einfach nur ein Film, sondern Tony Curtis live auf der B├╝hne. Zur Einstimmung wurde Manche m├Âgen's hei├č gezeigt, danach 15 Minuten H├Âhepunkte seiner Karriere, und dann kam der Mann auf die B├╝hne. Die Organisatoren drum herum sind sichtlich nerv├Âs. Man hat eine kleine Plauderecke aufgebaut, mit schweren St├╝hlen, Tischlein und Tischdecke, im letzen Moment brachte jemand noch ein Bl├╝mchen f├╝r den Tisch. Unglaublich ist an der Stelle zu sehen, dass das Wasser einfach in Plastikflaschen auf dem Tisch steht und damit ein absoluter Stilbruch begangen wird. Nun denn - der Ami trinkt auch seinen Tee aus Pappbechern, da scheint das hier kein Problem zu sein.

Irgendwie begreife ich heute noch nicht diese Dimension. Mit zwei Freunden sitze ich in der dritten Reihe, also sch├Ątzungsweise sieben oder acht Meter von Tony Curtis entfernt. Und es macht einfach nur Spa├č. Mit 83 Jahren ist er nicht mehr ganz der fitteste, trifft die Fragen, die er gestellt bekommt, nicht immer ganz auf den Punkt, aber immer noch weit weg von einem wirren Mann. Wie andere ├Ąltere Herrschaften redet er gerne und viel, aber nicht anstrengend, sondern sehr unterhaltsam. Und er hat einfach auch viel zu erz├Ąhlen.

So drehen sich die Fragen am Anfang um die Arbeit mit Marilyn Monroe - und er kommt ziemlich schnell auf den Punkt. Er erz├Ąhlt, er war 23, sie 18, als sie sich kennen lernten. Er merkt in einem Nebensatz an, dass es damals sowas wie sexuelle Aufkl├Ąrung nicht gab - nun denn - er hat ihr geholfen, sie hat ihm geholfen, und damit haben sie diese nicht vorhandene Aufkl├Ąrung durch Selbsterfahrung ausgeglichen ;-).

Und auch das weitere Interview gibt sch├Âne, aber auch ernste Einblicke. Er dr├╝ckt seine Vermutung aus, warum Marilyn Monroe sich letzt endlich das Leben genommen hat, berichtet von Partys in Hollywood, ├╝ber das, was ihn als Schauspieler besch├Ąftigt hat, worauf er stolz ist. Aber auch, dass er ein wenig traurig ist, nie einen richtig gro├čen Preis gewonnen zu haben - scheint, dass ihm der Oscar im Schrank fehlt!

Was mich nach wie vor begeistert an diesem Abend, ist diese absolute Normalit├Ąt. Man geht dort ins Theater, erlebt eine solchen Menschen, als ob er gerade neben einem an der Theke sitzen w├╝rde. Kein Hype, keine hysterischen Menschen ÔÇô nat├╝rlich, das Publikum ist absolut begeistert ÔÇô aber es f├╝hlt sich an wie ein ganz entspannter Abend. Viel Spa├č bei den Fotos!

Freunde in Amerika?!?

Montag, 17. November 2008
...keine Sorge, ich werde jetzt nicht zum Schreibmonster und Euch t├Ąglich mit neuen Beitr├Ągen "bel├Ąstigen" - aber der heutige Ausflug und ein paar Gespr├Ąche der letzen Tage treiben mich dazu, heute schon wieder zu schreiben. Das sch├Âne am Blog ist ja, man kann, man muss ihn aber nicht lesen ;-) By the way - aktuell haben vier Leute den Blog abonniert - am Tag sind jedoch ├╝ber 30 Besucher auf der Seite! Was mich richtig freut, da macht das Schreiben noch mal mehr Spa├č. Mit einem Klick auf "RSS 1.0 feed" unter "Blog abonnieren" auf der rechten Seite landet der Blog automatisch im Outlook (oder sonstigen Mailprogrammen) - man muss also nicht mehr auf die Seite gehen, sondern ein neuer Beitrag landet automatisch im Posteingang! (nur so als Tipp am Rande ;-))

Sonntags in San Francisco.



Heute hatte ich einen Blick auf die Golden Gate Bridge, den ich bislang noch nicht hatte. Wir waren am Point Bonita Lighthouse, zu gut deutsch: Ein alter kleiner Leuchtturm an der Buchteinfahrt von San Francisco - eigentlich nur kurz ├╝ber die Golden Gate r├╝ber, am besseren der beiden Aussichtsplattformen, die direkt hinter der Br├╝cke sind, vorbei und vielleicht zwei oder drei Kilometer weiter ist man in v├Âllig fern ab von jeglicher Zivilisation und mitten in der Natur. Helge hatte mir Bescheid gegeben, dass er mit ein paar alten Kollegen den Ausflug machen w├╝rde und es sei sicher auch was f├╝r mich.

Das Wetter ist weiterhin selbst f├╝r SF-Verh├Ąltnisse und f├╝r November viel zu warm. Aber f├╝r uns nat├╝rlich ideal, kaum ein W├Âlkchen am Himmel, klare Sicht und T-Shirt-Wetter. Ich stehe am Leuchtturm, bin umgeben von Wasser, Sonne und einem einmaligen Blick auf die Br├╝cke und die Stadt. Und denke mal wieder - das mal eben als Sonntagnachmittagsspaziergang - Wow - das ist schon echt cool! V├Âgel, Segelboote und jede Menge Surfer - zwischendurch konnten wir sogar einen Seel├Âwen im Wasser spielen sehen. Hammer.

Wir hatten einen wundersch├Ânen Tag. Ein gemeinsames Picknick mit handbelegten Sandwiches aus dem Safeway (der Supermarkt, der 7 Tage die Woche rund um die Uhr auf hat), danach eben zum Leuchtturm. Dort haben die drei zuf├Ąlligerweise einen alten Kollegen getroffen, der mit seine Eltern aus Mishigan ebenfalls auf dem Sonntagsausflug war. Geplaudert. Sein Vater erz├Ąhlt von einer Europa-Reise, die er mit eben diesem Sohn vor Jahren in 12 Tage abgerissen hat. Eine andere Frau schnappt auf, dass wir deutsch sprechen, und erz├Ąhlt und von Ihrer Anstellung in einer Chemiefirma in der N├Ąhe von Kaiserslautern. Heute lebt sie in der Bay Area und fotografierte V├Âgel.

Wer ist denn jetzt wir?



Das ÔÇ×wirÔÇť war heute von Helge organisiert. Helge kenne ich ├╝ber Karl-Heinz, er stammt aus L├╝beck, lebt seit 26 Jahren nicht mehr in Deutschland und hat die letzen Jahre als Flugbegleiter gearbeitet. Laureen und Pawel sind ehemalige Kollegen von Helge - ehemalig deswegen, da die Fluggesellschaft letzes Jahr pleite gegangen ist und es keine gemeinsame Arbeit mehr gibt. Helge ist just im Rentenalter angekommen und genie├čt seinen Ruhestand, wobei er schon noch auf der Suche nach - auch bezahlter - Besch├Ąftigung ist.

Pawel ist geb├╝rtig aus der N├Ąhe von Prag, ist sch├Ątzungsweise in meinem Alter, lebt seit 10 Jahren hier uns ist derweil auch US-B├╝rger. F├Ąngt im neuen Jahr einen Job bei der Swiss-Air an und ist dann in Z├╝rich stationiert. Er will aber auf jeden Fall hier wohnen bleiben - au├čer New York, so schnappe ich in einem Nebensatz auf, kann er sich eigentlich keinen anderen Ort zum Leben vorstellen.

Laureen ist, so wie ich sch├Ątze, etwas ├╝ber 30, hat in New York gelebt. Ihr Ehemann ist Polizist und wurde nach San Francisco versetzt. Das hat sie vor ein paar Jahren hier her verschlagen und sie berichtete auch kurz von vehementen Unterschieden von Ost- zur Westk├╝ste und dass sie erst mal einen Kulturschock erlebt hat.

Soweit erst mal ein paar Geschichten, die sind interessant, aber bewegen nun auch nicht die Welt. F├╝r mich aktuell aber sehr beispielhaft, wie ich San Francisco erlebe. Ich komme als Fremder in die Stadt, und bin heute selbst ├╝berrascht, dass ich au├čer Dr. Bob, der mich am Flughafen abgeholt, und den ich auch nur per E-Mail kannte, im Sommer keinen Menschen in der Stadt kannte. Hab ICH das wirklich gemacht??? Aber ohne dass man sich versieht, trifft man auf ganz unterschiedliche Leute, der Amerikaner ist ohnehin sehr offen und man hat einfach eine gute Zeit miteinander!

Was sicher bisher einfach war, dass oft Besuch da war - damit steht die Bezugsperson fest, man ist auch eher im Urlaubsmodus, und man guckt sich einfach viel an. Aber in den Zeiten zwischen durch gab es eben auch die Aufgabe: Leute kennen lernen. Ich muss noch mal selber hier nach lesen - aber das einfachste war es, sich erst mal deutsche Gruppen zu suchen. Nicht, dass das das ist, was man sucht, aber bevor man einfach nur vor der Glotze sitze, dann lieber das. Und Deutsch ist einfach eine Gemeinsamkeit, nach der man hier auch suchen kann.

Freunde notgezwungen?



Und was passiert dann - ich treffe auf Leute, die ich in Deutschland so nie kennen gelernt h├Ątte. Und Leute, mit denen ich mich auch nicht l├Ąnger besch├Ąftigt h├Ątte. Aber hier auch wieder ein wenig der Pragmatismus - bevor ich vorm Fernseher sitze, treffe ich mich lieber mit Leuten, mit denen ich mich in Deutschland so nicht verabredet h├Ątte. Mag sich jetzt b├Âse anh├Âren, aber genau diese Gespr├Ąch hatten wir diese Woche bei Helge.

Helge hatte Karl-Heinz, Bettina und mich zum Abendessen eingeladen, ein "Deutschentreffen". Karl-Heinz, 71, Friseur und Schauspieler (hat in Amadeus den Friseur gespielt) und redet gerne mal Unsinn - aber sch├Ânen Unsinn, der einfach Spa├č macht. Bettina ist gerade 40 geworden, war in Oldenburg zu Hause und hat dort gro├č gefeiert. Drei Geschichten von Deutschen, die ihre Rolle hier in diesem Land f├╝r sich suchen oder gefunden haben. F├╝r Karl-Heinz gibt es kein zur├╝ck, er ist sein 30 Jahren hier und hat absolut keine Verbindung mehr zu Deutschland, wobei er immer noch einen gnadenlosen deutschen Akzent hat. Helge liebt es, ein paar Monate im Jahr in L├╝beck und in Deutschland zu sein - und er liebt San Francisco. Er lebt beides. Bettina ist seit 10 Jahren hier, und gerade nach ihrem Geburtstagaufenthalt ein wenig mit sich hadernd, ob sie nun hier bleibt oder ob Deutschland doch noch mal in Frage kommt. Fern ab von dieser Runde Christian, der nach drei Jahren USA gerade eine Weile in Hannover war, und es so verflucht hat... Spannend einfach auch, die unterschiedlichen Geschichten zu sehen, und wie unterschiedlich jeder seinen Weg geht!

W├Ąhrend des deutschen Abendessens stellt mir Helge die Frage, was die Zeit bis jetzt f├╝r mich gebracht hat. Na, und eine Antwort ist, ich habe einfach Leute kennen gelernt, die ich eben etwas "gezwungener ma├čen" kennen gelernt habe, aber ich habe sie kennen gelernt, und freue mich so sehr dar├╝ber, da jeder f├╝r sich einfach super ist. Da wir ├╝ber dieses "nicht ganz unfreiwillige" Kennenlernen gesprochen haben, und auch alle wussten, wie ich es meine, hoffe ich auch, dies hier so schreiben zu k├Ânnen. Keine dieser, ob man sie jetzt noch Bekanntschaften oder schon Freundschaften nennt, hat deswegen weniger Bedeutung. Na, und es gab auch Leute, die ich nur einmal getroffen habe - so ein Psychologe, der sich ein paar Wochen sp├Ąter ├╝ber wen Dritten informiert hatte, warum ich mich nicht mehr gemeldet h├Ątte... na, so sind se eben, die Psychologen - man muss da scheinbar noch erkl├Ąren, dass es auch Leute gibt, die nichts mit einander anfangen k├Ânnen...

Ja, und soweit zum Thema Freunde. Ein wenig Anlass zu diesem Beitrag ist ein Telefonat mit Laszlo aus Berlin, das ich am Donnerstag hatte, der mir genau die Frage nach Freunden stellte. Habe ihm von einer Frau erz├Ąhlt, die ich Halloween getroffen hatte, die aus Hamburg kam und seit 18 Monaten hier ist. Sie meinte, sie w├╝rde es richtig schade finden, dass Sie hier keine Freunde hat - nicht so wie in Deutschland. Ich war einfach nur verwundert. Die Leute um mich herum unterscheiden sich nat├╝rlich von den Freuden, die ich ja zum Teil noch aus Schulzeiten habe. Aber es w├Ąr ja auch komisch, wenn ich mit jemandem, den ich seit drei Monaten kenne, genau eine solche Vertrautheit h├Ątte, wie mit jemandem, den ich sein 10, 20 oder 30 Jahren kenne. Und wenn ich beginne, das zu vergleichen, dann haben neue Leute auch nur wenige Chancen, ein Freund zu werden. Aber ganz im Sinne, was Karl-Heinz regelm├Ą├čig sagt. ÔÇ×To be open mindedÔÇť ist das Wichtigste, sprich, weltoffen, aufgeschlossen zu sein, nur so kann man neues erleben, es genie├čen, es so lassen, wie es ist, und einfach reicher daran werdenÔÇŽ

Was gerade sehr r├╝hrend ist, dass sowohl Karl-Heinz als auch Helge sich ganz viel Sorgen machen, wo ich Thanksgiving verbringen werde. Das Fest hat hier nicht eine so starke famili├Ąre Gewichtung wie Weihnachten bei uns in Deutschland, aber von der generellen Wichtigkeit vergleichbar. Vor allem soll keiner alleine zu Hausse sein. Beide spekulieren gerade auf verschiedene Einladungen und ├╝berlegen, bei welchen Festen sie mich mit nehmen k├Ânnten. Und mein Bedarf ist schon unfreiwilliger Weise bei anderen Leuten angemeldet. Bin mal gespannt. Habe beiden gesagt, sie sollen Ihre Entscheidungen nicht davon abh├Ąngig machen, ob ich gegebenenfalls mit eingeladen w├Ąre. Es hat heute keine Bedeutung f├╝r mich, von daher werde ich an dem Abend irgendwas machen. Aber nat├╝rlich freu ich mich, wenn ich irgendwo sein werde, nein ich hoffe sogar darauf, weil es mal wieder ein St├╝cken neues Amerika sein k├Ânnte ;-).

Und ich sch├Ątze, genau das ist einer der Punkte, die ich wirklich hier genie├če und das ist heute schon ein riesen Gewinn dieser Reise. Augen auf und neues Kennen lernen - das macht Spa├č!

Super Wetter, weitere Demos und Touristenattraktionen

Sonntag, 16. November 2008
Hier scheint irgendwie alles anders zu sein. Jetzt ist Mitte November, trotzdem waren es heute wahrscheinlich ├╝ber 25┬░ C und absoluter Sonnenschein. Die Demonstrationen der Gay-Community f├╝r die Homo-Ehe laufen auf Hochtouren weiter - das f├╝llt die ganze Stadt aus. Nat├╝rlich ich alles auch schillernd bunt, aber es ist mehr als ein K├Âlner CSD - hier wird wirklich lauthals um Rechte gestritten - keine Party-Demo, sondern Reaktion auf das aktuell verlorene Volksbegehren. Und viele Schilder zeugen davon, dass die Ehe bis 1967 zwischen Schwarzen und Wei├čen verboten war. Umso erstaunlicher, dass Obama tats├Ąchlich die Wahl gewonnen hat. In Anbetracht der Dimension, dass Rassentrennung gerade erst aufgehoben wurde, fast echt ein Wunder. Sei zu hoffen, dass die Homo-Ehe ebenfalls bald v├Âllig selbstverst├Ąndlich ist.

Ansonsten lasse ich heute die Bilder sprechen. Am Ende ein Foto von den Painted Ladies - wie mich Heiko neulich drauf hinwies - eine der Attraktionen der Stadt. Und wirklich ein sch├Âner Ort. War neulich schon in diesem Park gewesen, war mir allerdings nicht bewusst ├╝ber die Bedeutung dieser sechs H├Ąuser. In Anbetracht vieler sch├Âner Ecken in San Francisco ├╝bersieht man dann auch schon mal was ;-)

So bewege ich mich heute zwischen Polit-Aktionismus und Touri-Kram, noch mal eine spannend Erfahrung - irgendwie h├Ąnge ich dazwischen. Kein normaler Besucher mehr zu sein, aber bei Weitem auch kein Teil der Stadt. Soweit f├╝r heute. Die Zeit scheint jetzt wirklich zu rennen - eben waren es noch sieben, jetzt sind es nur noch gut f├╝nf - und mit dem Besuch von Matthias und Matthias aus Bremen f├╝r zehn Tage Anfang Dezember und meinem L.A.-Wochenende auch schon ziemlich verplant.









Novemberstimmung in San Francisco

Mittwoch, 12. November 2008
Ob es gut ist, heute zu schreiben, wei├č ich nicht, aber solche Tage wie heute geh├Âren eben auch dazu...

Das Wetter hat sich in der Tat jetzt richtig ver├Ąndert, im Sommer waren es immer Wolkenb├Ąnder, die in die Stadt zogen. Heute morgen war der Himmel so richtig bedeckt, irgendwas zwischen einem hellem zugehangenem Himmel oder einer etwas zu dunklem Wolkendach. Das macht die eigene Stimmung nicht gerade besser. Vorweg, man muss sich jetzt keine Sorgen machen, aber heute ist ein Tag, an dem die Gedanken doch etwas schwerer wiegen, wie gesagt, geh├Ârt eben dazu.

Die Stadt gewinnt ein anderes Gesicht. Da mich heute die senile Bettflucht um vier aus den Federn getrieben hat, und ich nach zum Teil erledigter Arbeit bereits um neun durch den Dolorespark gelaufen bin, scheint hier sehr viel Ruhe und ein wenig Herbstschwermut eingekehrt zu sein - viele Hundebesitzer f├╝hren ihre Lieblinge aus, die Stadt schl├Ąft noch halb. Na ja, das ist ja auch in K├Âln in den Parks nicht anders, und vor allem von einer ganz bestimmen Stimmung gepr├Ągt.

K├Âln ger├Ąt wieder in den Blickwinkel



Was seit ein paar Tagen anders ist, ist das Gesp├╝r f├╝r die N├Ąhe der R├╝ckreise. Witziger Weise stand bei meinem Friseur Karl-Heinz eine Promo-DVD "K├Âln erleben" im Regal - die musste ich nat├╝rlich mit nehmen. Es ist spannend, K├Âln aus dem Blickwinkel des Touris zu betrachten. Das Gucken war allerdings recht anstrengend, nicht weil ich Heimweh bekam. Vielmehr hat es mich gewundert, dass man 90 Minuten lang K├Âln vorstellen kann, ohne Aufnahmen vom Karnevalszug, vielleicht dem CSD, vom 1. FC oder den Haien zu zeigen, statt dessen den Altenberger Dom als K├Âlner Attraktion verkauft. Nun denn.

Ja, K├Âln kommt n├Ąher, und damit nat├╝rlich auch die Frage, wie das sein wird. Ehrlicher Weise habe ich ein wenig Angst vor dem Wiederkommen. Ich habe sowohl Angst davor, dass mir K├Âln so gut gef├Ąllt, dass ich das ganze San Francisco hier in Frage stellen werde. Aber ich habe ebenso viel Angst davor, dass mir K├Âln so sehr wiederstreben wird, dass ich es gar nicht mehr abwarten kann, hier her zur├╝ck zu kehren. Bislang ist der Flug f├╝r n├Ąchstes Fr├╝hjahr noch nicht gebucht. Warte eher noch auf ein Angebot bzw. auf einen g├╝nstigen Euro-Kurs, bevor ich buche - aber es steht f├╝r mich gerade auch die Frage im Raum, ob ich statt Ende Februar den Flug einfach zwei Wochen vorher f├╝r Mitte Februar buche und einfach auf Karneval verzichte. Mein Mitstreiterin Heike aus LA ist bekennendes K├Âlsches M├Ą├Ądsche, aber ehrlicher Weise habe ich gestern keinen 11.11. vermisst. Ich feier gerne Karneval, hab in den letzen Jahren aber auch immer gerne mal ein paar Tage gekniffen, und bin auch nicht immer gut rein gekommen...

Wo gerade etwas der Schuh dr├╝ckt, ist - wie mir eben klar geworden ist - eher eine unl├Âsbare Aufgabe: Nach vier Monaten kann ich zwar bei Weitem nicht behaupten, ein intaktes soziales Umfeld aufgebaut zu haben, dies zu erwarten w├Ąre auch v├Âllig vermessen. Doch wenn ich zur├╝ck fahre, gibt es hier schon ein paar Kontakte, die ich vermissen werde. Ganz abgesehen davon, dass ich mich in der Stadt einfach pudel wohl f├╝hle. Andererseits sind in Deutschland Familie und Freunde, dich ich auch langsam wieder sehen m├Âchte. Aber egal, ob ich l├Ąnger oder k├╝rzer hier oder dort bleibe, ich muss mich immer f├╝r das eine und gegen das andere entscheiden. Beides geht leider nicht (hab es mir ja auch so ausgesucht, bin im Grunde auch gl├╝cklich, wie es ist). Aktuell ├╝berwiegt aber das Gef├╝hl, schneller wieder her zu kommen. Daf├╝r sind die Kontakte noch zu frisch, dass sie eine so lange Pause vertragen k├Ânnen ÔÇô alte Freundschaften halten das eher mal auch eine l├Ąngere Zeit aus ÔÇô und Familie gibt nun leider nur an einem Ort ;-( - das ist nun mal so. Aber daf├╝r bekommt Mutter Heller Weihnachten ja Internet!

Spannend an der Stelle erlebe ich ebenfalls, wie ich die letzen Tage mein Viertel hier wahr nehme: Die Valencia-Street, auf der ich mit Matthias in den ersten zwei Wochen ein paar mal Schoppen war, habe ich im Sommer als absolute Besonderheit wahrgenommen - coole Gesch├Ąfte, hippe L├Ąden, vom Flair ein Mix aus Ehren-, Severins-, Venloer- und Z├╝lpicherstra├če. Mit dem Einzug in meine Bleibe geh├Ârte die Valencia-Street zu den Stra├čen, auf der ich fast jeden Tag bin, alleine weil mein Chiropraktiker und mein Gym dort sind. Aber sofort nach dem "offiziellen" Urlaubsabschnitt habe ich das besondere der Stra├če nicht mehr gesehen. Erst sein ein paar Tagen, seit dem der R├╝ckflug irgendwie in eine sp├╝rbar N├Ąhe kommt, taucht auch das besondere der Stra├če wieder auf; das Erleben der Stadt scheint bei mir also auch ganz eng damit zusammen zu h├Ąngen, wie tief ich gerade eingetaucht bin...

Naja, es geht mir jetzt nicht schlecht, ich hatte auch damit gerechnet, dass umso n├Ąher der Dezember kommt, auch mal das Gef├╝hl des Hin-und-Hergerissen-Seins auftreten wird. F├╝r meinen Geschmack etwas zu fr├╝h, vor allem hoffe ich, dass das jetzt kein Dauerzustand wird. Nun denn, ich gehe aber nicht davon aus, daf├╝r ist die Stadt doch einfach immer noch zu aufregend.

So, und f├╝r alle, die es bis hierher geschafft haben - ich hoffe, dass ich zumindest mit den Fotos zum heutigen Beitrag ein bisschen gute Stimmung verbreite - die Stadt ist und bleibt der Hammer, und es gibt einfach immer wieder Neues zu entdecken! Und als Vorank├╝ndigung ÔÇô ich fliege im Dezember noch ein Wochenende nach Los Angeles ÔÇô da wirdÔÇÖs hoffentlich noch mal schicke Bilder geben!

Sonniger Nachtrag zu diesem Beitrag



Ganz r├╝hrend machen sich meine M├Ądels aus L.A. Sorgen, ist aber nicht n├Âtig. Wie man auf diesem Foto nun sieht, nur ein paar Stunden sp├Ąter ist der Himmel wieder frei, und mein geliebter Mission-Dolores-Park schickt sich wieder so, wie es sich geh├Ârt!

War im Studio, bin eine Stunde und 5 Meilen und 820 Kilokalorien weit gelaufen, das tut enfach gut. Hab danach noch was f├╝r die Kraftpakete gemacht, meine R├╝cken ausbaumeln lassen und bekomme gerade Post aus Wipperf├╝rth von einer Freundin, die gerade verliebt ist, ach wie sch├Ân ist das ;-) Wie gesagt, so geh├Ârt eben alles dazu :-D