Jetzt ist sie weg, die Greencard!

Sonntag, 21. August 2011
Ja, lange war die Entscheidung getroffen, die Greencard abzugeben. Und lange lag sie auf meinem Schreibtisch. Als ob sie mich t├Ąglich fragen w├╝rde "Du willst mich doch nicht wirklich zur├╝ck geben?!". Dass es nun so lange gedauert hat, lag aber eher daran, dass man daf├╝r einen Termin beim Konsulat in Frankfurt braucht, und man einfach einen Tag daf├╝r einplanen musste, was mir durch den Job im letzen halben Jahr nicht ohne weiteres m├Âglich war.

Aber jetzt war es soweit, ich hatte ohnehin ein Kurzbesuch im S├╝den Deutschlands geplant und konnte f├╝r den 19. August noch einen Termin vereinbaren (das geht beim Konsulat derweil auch Online). So sa├č ich am Freitag da. Eine Stunde zu fr├╝h, aber mit Einchecken ins Konsulat-Geb├Ąude, und nach dem mich der dritte US-Grenzbeamte darauf hingewiesen hatte, dass Handys nicht erlaubt sind - ich aber auch ohne Handy da war, war ich endlich drin.

Schon ein bisschen wehm├╝tig, in diesem gro├čen Raum mit den Flaggen aller 50 Staaten zu sitzen. Mich genau daran erinnern zu k├Ânnen, wie mein erster Besuch hier war, und wie ich zwischen Zahlungs- und Botschaftsschalter hin und her gesprungen bin. Heute ist die Ecke abgesperrt und wird renoviert. Aber der Betrieb hier ist im vollen Gange, ├╝berall Leute mit Unterlagen, viele scheinen aufgeregt oder leicht nerv├Âs zu sein. Und komisches Gef├╝hl, wahrscheinlich wollen die ganzen Leute hin - nur ich nicht, ich gebe die Bande mit Amerika heute auf.

Am Schalter 40, irgendwo die Treppe hoch und eher weniger imposant, sondern mehr vom "Gef├╝hl Hinterzimmer" komme ich dann zum meinem Konsul. Auch hier, hinter Panzerglas. Die Leute im Wartebereich alle etwas ungeduldig. Und die Leute bieten einen kleinen Eindruck der amerikanischen "Diversity", ein junges asiatisches Paar, jeweils zwei schwarze M├Ąnner in den besten reiferen Jahren mit jeweils einer spanisch sprechenden Frau, und noch ein paar Leute mehr...

Ich lege dem Konsul mein bereits ausgef├╝lltes Formular "I-407, Abandonment of Lawful Permanent Resident Status" sowie meine Greencard in die Durchreiche unterhalb der uns trennenden Panzerglasscheibe. Kein fr├Âhlicher Mensch am Schalter wie damals, sondern eher einer der froh ist, dass es Freitagmittag und das Wochenende nahe ist. "Bitte unterschreiben Sie hier, setzen Sie sich, wir ├╝berpr├╝fen das gerade..." Kein "Warum wollen Sie die denn abgeben", womit ich scheinbar gerechnet hatte. Sondern es wird deutlich, dass das hier im Konsulat ein verdammt schlichter Verwaltungsakt ist, was f├╝r mich hingegen Stunden des Hirnschmalzzerbrechens gekostet hat.

Was nun im Zimmer auf der anderen Seite der Glasscheibe passiert, kann ich nicht sehen. Leute mit weiteren Wartenummern kommen an die Reihe, ohne dass der Konsul mich noch mal aufruft. Aber endlich, nach gesch├Ątzten 15 oder 20 Minuten erscheint eine andere Frau, etwa in meinem Alter, am Nachbarschalter, ruft mich auf und gegr├╝├čt mich mit einem bereiten hessischem "Gudde Mooorsche" und strahlt mich an - als ob ich mir gerade eine 100.000 ÔéČ Lottogewinn abholen w├╝rde.

Freudig erkl├Ąrt sie mir, dass ihre Chefin "den Vorgang" gepr├╝ft hat und alles in Ordnung sei (und es f├╝hlt sich wirklich wie ein "Herzlichen Gl├╝ckwunsch" an, das sie mir entgegen grinst). Keine Ahnung, was die jetzt gepr├╝ft haben, sicher, ob ich noch Steuerschulden habe, oder ob ich in einem Strafregister zu finden bin. Oder was auch immer. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es Probleme geben k├Ânnte, hatte mir aber auch keine Gedanken gedacht, dass ich "zum Schluss" noch mal durchleuchtet werde.

Es gibt noch ein paar Erkl├Ąrungen, dass ich in Zukunft immer die Best├Ątigung meiner "Greencard-Aufgabe" mit mir tragen soll, wenn ich in die Staaten reise. Und auch meinen Reisepass, der jetzt ebenfalls einen Stempel zur Greencard-Abgabe hat. Selbst wenn ich den n├Ąchsten Reisepass bekomme. Ich solle diesen hier immer und auf jeden Fall behalten, und sp├Ąter dann mit neuem und altem Reisepass einreisen...

Ich verlasse das obere Geschoss des Konsulats, bin beim Durchschreiten der T├╝ren noch mal baff, dass hier ausschlie├člich amerikanische T├╝ren, Klinken und Schlie├čsysteme verbaut sind, selbst mitten in Frankfurt, wo es sicher auch deutsche T├╝ren geben sollte, ist das hier wirklich ein amerikanischer Fleck Erde. Mit allem was dazu geh├Ârt. Ich sch├Ątze, dass es auch hier kein DIN-A4 geben wird, sondern nur Papier im US-Letter-Format. Ich verlasse das Geb├Ąude, und im Eingangsbereich, nun, gerade f├╝r mich der Ausgangsbereich, h├Ąngen, wo bei meinem letztem Besuch noch Bilder von George W. Busch und Condoleezza Rice hingen, jetzt welche von Barack Obama, John Biden und Hillary Clinton. So ├Ąndern sich die Zeiten...

Ich sitze im Auto, und sp├╝re meinen Klos im Hals. Na, ich fang nicht an zu heulen. Aber merke, wie schlecht meine Laune ist. Vor allem, irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass sich ein Gef├╝hl des "Erledigt-Sein", des "Endlich ist ein Haken hinter dieser Amerika-Geschichte" einstellen wird. Nein. Es bleibt ein Gef├╝hl von "war das jetzt wirklich der richtige Schritt?", rein formell zu wissen, dass dies gerade der einzig m├Âgliche Schritt war, da ich die Karte mit Sicherheit bei der n├Ąchsten Einreise abgenommen bekommen h├Ątte. Und das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Stress bedeutet h├ĄtteÔÇŽ
Es bleibt das Gef├╝hl, wie auch bei vielen gro├čen und weitreichenden Entscheidungen in der letzen Zeit: "War die Entscheidung jetzt die Richtige?"

Nun denn, zwei Tage sp├Ąter bin ich jetzt wieder in K├Âln, etwas angeschlagen vom Wochenende. Bin ein wenig traurig, gerade das Schreiben von diesem Blog hat mir immer riesen Spa├č gemacht (Selbst wenn die aktive Zeit schon zwei Jahre vorbei ist). Und jetzt ist klar, dass das der letzte Eintrag in diesem Blog ist. Mal gucken, ob oder wann ich den Blog irgendwann vom Netz nehme. Oder die Eintr├Ąge f├╝r mich noch mal raus kopieren und mir selber ein Buch daraus machen. So wie ich es mit meinen Fotos auch schon gemacht habe. Mein Blog als eigenes Buch, das w├╝rde mir gefallen. Und gleichzeitig - der Blog ist der Blog, und dokumentiert meine Zeit in den Staaten wunderbar, und h├Ąlt diese f├╝r mich auch sehr lebendig, vielleicht reicht das ja auch, wenn er im Netz bleibt. Nun denn, meine Eltern haben immer gesagt "Die Zeit in Amerika hast Du auf jeden Fall gehabt, die kann Dir keiner mehr nehmen!" Wie wahr. Na, und das treibt mir in der Tat doch jetzt ein Tr├Ąnchen in die Augen... damit soll es dann auch gut sein!

War eine sch├Âne Zeit! Danke.

Mein Oktober in San Francisco - surreales D├ęj├á-vu - und Adieu Greencard

Sonntag, 28. November 2010
...sitze gerade vorm Rechner, irgendwas zwischen sonntagmorgens und Mittag, der Kopf ist etwas zu verkatert, um zum Squashen zu gehen, und eher zuf├Ąllig lande ich ├╝ber ein Infomail von yasni.com hier zu meinem eigenen Blog.

Und surfe eher wahllos ├╝ber alte Eintr├Ąge, und werde etwas wehm├╝tig, schaue mir noch mal ein paar alte Bilder an, und f├╝hl mich wirr. Meine f├╝nf Wochen in San Francisco sind heute genau ein Monat her. Und schon wieder so lange her.

Die f├╝nf Wochen waren eher ruhig. Anfangs gepr├Ągt von viel Arbeit, Dinge, die ich immer mal machen wollte. Am Ende dann eher beschaulich, habe wenig unternommen, habe auch vieles, was ich immer mal machen wollte, einfach sein lassen, bin mal zu Strand gefahren, oder einfach ins Museum, aber die gro├čen Reisen in die Umgebung habe ich nicht geschafft.

Einerseits bedauerlich. Aber auch in Ordnung. Ein Zweck von dem Urlaub war vor allem, von der vielen Arbeit hier eine Pause zu haben. Und wenn man f├╝nf Wochen weg ist, hat man auch nicht das Gef├╝hl, dass man nun auf Biegen und Brechen was unternehmen muss, sondern ein Tag am Rechner mit unbezahlter Programmierarbeit oder ein Abend zu Hause mit einer DVD, ÔÇśnem Bier und ein paar Chips v├Âllig in Ordnung ist...

Ja, in der Tat waren die f├╝nf Wochen von einer gewissen Tr├Ągheit ├╝berschattet. Aber irgendwie in positiver Weise. Einfach das Gef├╝hl zu haben, nichts machen zu m├╝ssen, sich einfach gehen zu lassen. Aber vor allem mit dem Blick: Wo bin ich da eigentlich?

Vor allem, wieder in meiner alten Wohnung in SF zu sein, in mehr oder weniger ver├Ąnderter Einrichtung (mein Nachmieter Thomas hatte so gut wie nichts ver├Ąndert, selbst die N├Ągelchen, mit denen ich vor 1 1/2 Jahren den Hebelmechanismus zum ├ľffnen des Fensters reparieren wollte, lagen noch im Staub auf der Fensterbank) war ein st├Ąndiges D├ęj├á-vu.

Ich wei├č nicht, wie oft ich in der K├╝che stand, dem Nachbar, dessen K├╝che direkt gegen├╝ber war, zunickte, ich im Bad war, mir das lackierte Holzspielgelschr├Ąnkchen mit dem unverwechselbarem amerikanischen Stil anguckte, und irgendwie mit diesem surrealen Gef├╝hl klar zu kommen, wo und was und wie mein Leben gerade passiert. Einerseits f├╝hlte sich SF wie zu Hause an, weil die Umgebung so vertraut war.

Und gleichzeitig, nein, mein Leben findet in K├Âln statt. Und neben dem Eintauchen in meine eigene Vergangenheit beobachtete ich bei mir selber, wie wenig ich mich mit Amerika und der Stadt besch├Ąftigt habe, und sp├╝rte ganz deutlich, wie ich den gro├čen Haken hinter ÔÇ×das Thema Amerika" machte.

Bin zwei Tage vor der Abreise noch mal zur Golden Gate Bridge gefahren, ganz bewusst und zu Fu├č, habe noch mal viele Bilder gemacht - eigentlich die gleichen wie vor 2 1/2 Jahren, als ich mit Matthias in SF ankam. Und f├╝hlte es ganz klar, ich verabschiede mich gerade von San Francisco.

Zumindest f├╝rs erste. Zumindest soweit, dass ich die Greencard zur├╝ck an den Absender senden werde. Noch liegt sie da, aber es ist nicht die Frage, ob, sondern wann bzw. wann ich mir die Zeit daf├╝r nehme!

F├╝hlt sich gerade komisch an - aber so isses jetzt. Und irgendwann auch gut, dass es entschieden ist. Bin seit einem Monat wieder hier. Und mit geht gerade durch den Kopf, wie ich mich vor 3 1/2 Jahren f├╝hlte, als die Gewinnbenachrichtigung zur Greencard kam: Es war alles schrecklich langweilig!

Und heute? Es ist das absolute Gegenteil! Die ersten drei Novemberwochen waren so voll mit organisatorischem Kram, Auto gekauft (suchen, aussuchen, kaufen, anmeldenÔÇŽ), viele Gespr├Ąche mit potentiellen neuen Auftraggebern, viel Steuerkram, oft im Bergischen, um Mutter bei organisatorischem Kram zu unterst├╝tzen... und, und, und.

Und gleichzeitig strecke ich die F├╝hler nach neuen Gesch├Ąftsfeldern aus, ├╝berlege, was man mit diesem Computerkram sinnvolles noch machen kann, sinnvolles nicht im Sinne von nur Geld verdienen, sondern was wirklich Sinnvolles... Nun denn, das ist wahrscheinlich meine Aufgabe: Die Suche geht also weiter! Naja, und bin damit sicher nicht der einzige auf der Welt... in diesem Sinne - einen sch├Ânen Sonntag!


Viele Fotos: Blue Angels, Disneyland, Ocean Beach, San Francisco, und ├╝berhaupt...

Samstag, 23. Oktober 2010
Keine langen Eintr├Ąge - nur ein paar Bilder der letzten zwei Wochen - zugegebenerma├čen - ich habe etwas mit der Kamera gespielt - und auch kr├Ąftig mit Photoshop nachbearbeitet... Wem es gef├Ąllt: Viel Vergn├╝gen!

















































San Francisco im Nebel, bei Sonne, im Museum... sch├Ân! Einfach mal nur Fotos!

Sonntag, 10. Oktober 2010
...keine gro├če Gef├╝hlsduselei! Von wegen, sich zu Hause f├╝hlen oder Schalter umlegen oder sonst was. Ich genie├če gerade San Francisco - komme mir vor, als ob ich schon sechs Woche hier bin. Nur kurz: Es ist weder wie Urlaub noch wie zu Hause. Alles sehr vertraut. Aber K├Âln ist "zu Hause"!

Die Fotos sind aus der letzten Woche. Die Nebelfotos (man sieht, dass man nichts sieht ;-) ) vom letzten Samstagabendspaziergang an Ocean-Beach und Golden Gate Bridge. Dann Fotos vom Besuch des Museums "The Legend of Honor" mit Rodin-Skuptur und anschlie├čendem Spaziergang zum Ocean-Beach - diesmal mit Sonne. Die Frau auf dem Foto ist meine deutsche Nachbarin Bettina!

Und zuletzt ein paar Fotos von heute vom Spaziergang auf Potrero Hill mit Blick sowohl auf Twin Peaks als auch auf die Skyline von San Francisco. Ich gl├╝he noch etwas auf der Glatze, hier ist jetzt richtig Sommer!



































Zur├╝ck in San Francisco - bzw. Schalter umlegen kann ist jetzt im Nu'

Sonntag, 26. September 2010
...na, ich glaube, dass der Blog zu Ende geschrieben ist, sag ich auch nicht noch mal - es gibt immer wieder eine guten Grund zu schreiben...

Bin nun seit Donnerstag wieder in San Francisco. Erwartungsgem├Ą├č gab es am Zoll Stress. Seit meiner letzten Reise sind ├╝ber neun Monate vergangen. Da man mich letztes Jahr schon nach gut drei Monaten angeprangert hat, war mir klar, dass die Einreise jetzt nicht reibungslos vonstattengehen wird, wenn ich die Greencard behalten will.

Der Z├Âllner wurde etwas stutzig, als er ausrechnete, wie lange meine letzte Einreise her war und schickte mich dann in Hinterk├Ąmmerchen der Homeland-Security-Beh├Ârde. Der Z├Âllner war der Sympathischste, den ich mir von den f├╝nfen aussuchen konnte. Die Erfahrung aus dem letzen Jahr war schon so, dass es am Zoll massive Unterschiede gibt, an welchen Schalter man geht, wie ernst derjenige seinen Job nimmt. Bei der rothaarigen, uniformierten Beamtin im B├╝ro der Ausl├Ąnderbeh├Ârde um die 30 war ich mir jetzt nicht so sicher, ob sie mir gut gesonnen war oder nicht.

Ich war ziemlich nerv├Âs, ich glaube aber, sie war es auch. Und so gab sie mir meine erste und (und wie sie ank├╝ndigte) letze m├╝ndliche Verwarnung, inklusive Eintrag in den Reisepass, dass ich meinen Pflichten als Greencard-Inhaber nicht nachkomme. Ich solle mir dar├╝ber klar werden, was ich will. Und anders als beim letzen Mal, als ich mir ├╝ber diese Situation keine Gedanken gemacht hatte, bekr├Ąftigte ich, dass ich nat├╝rlich in die USA will, und hier arbeiten und leben will.

Nun denn, soweit meine kleine Notl├╝ge am Zoll, um erste Mal ins Land reinzukommen. Ich sagte Ihr, dass ich ein Re-Entry beantragen wolle (was eine offizielle Verl├Ąngerung der Greencard ist, wenn man l├Ąnger als ein Jahr au├čer Lande bleiben will), da ich aktuell nicht aus Deutschland weg kann.

Sie meinte, dass es noch eine zweite M├Âglichkeit g├Ąbe, n├Ąmlich "to surrender the greencard". Das w├Ąre die freiwillige Aufgabe/R├╝ckgabe der Greencard. Was den Vorteil h├Ątte, dass, wenn ich noch mal eine Greencard beantragen wollte, h├Ątte ich mich a) bei meiner ersten Greencard richtig verhalten und die R├╝ckgabe im Sinne der Staaten abgewickelt und b) anders als beim Re-Entry muss ich nicht nach zwei Jahren wieder von Neuem (zumindest rein formal) ├╝berlegen, ob ich die Greencard behalten will oder nicht. Dann k├Ânnte ich auch nach 10 oder 20 Jahren den Versuch einer neuen Greencard starten, und - so wie sie meinte - da ich einmal die Greencard erfolgreich beantragt h├Ątte, w├Ąre ich ja den Beh├Ârden bekannt, und es w├╝rde dann alles viel schneller gehen, und die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg sei deswegen dann auch hoch, da es ja bereits einmal geklappt h├Ątte.

Im Grunde ist das die Information, die mir bislang noch kein Forum geliefert hatte. Ich hatte immer die Bef├╝rchtung, dass es ├ärger geben k├Ânnte, wenn ich die Greencard abgebe und dann Urlaub in den USA machen m├Âchte. Also, so wie ich oft gelesen habe, die Greencard einfach verfallen lassen, ist genau der falsche Weg, weil es dann ├ärger beim n├Ąchsten Urlaub geben kann. Dann lieber offiziell abgeben! Hierzu gibtÔÇÖs sicher irgendwann einen Eintrag hier im Blog zu lesen!

Zur├╝ck im zweiten ZuhauseÔÇŽ


Es ist gigantisch. Die Wohnung, die ich hatte, bevor ich nach Deutschland zur├╝ck ging, habe ich damals an Thomas ├╝bergeben, ein Deutscher, der hier 15 Monate an der Uni gearbeitet hat. Sein Vertrag war zu Ende, er ist jetzt wieder nach K├Âln gegangen, was letztendlich meine Reisedaten bestimmte. So konnte ich am Donnerstag nach meiner glorreichen Einreise sofort in mein altes Apartment einziehen.

Krass, 15 Monate ist es her, aber es f├╝hlt sich an wie eben raus gegangen. Thomas hatte damals vieles von meinem Hausstand ├╝bernommen - und jetzt auch da gelassen. Der Schreibtisch steht mit selben Stuhl am selben Ort, mit dem mir so vertrautem Blick auf die Post. Das gleiche Geschirr steht im Schrank, selbst Tassen, die ich mir ganz am Anfang gekauft hatte, sind noch da. Und der grasgr├╝ne Duschvorhang ist eben auch unverwechselbar "meiner".

Und selbst, als ich gestern mit Keas skypte (sch├Ânes deutsches Verb ;-) ) - der ja nun gerade in K├Âln ist, und ihm davon erz├Ąhlte, wie vertraut hier alles sei, sagte ich ihm, dass jetzt eigentlich gleich Peter Berlin die Stra├če runter kommen m├╝sste, halb 10 am Morgen w├Ąre seine Zeit. Peter Berlin ist ein Sch├Ânling der 70er, der Photograph war und am allermeisten in sich selbst verliebt war, und scheinbar ausschlie├člich Fotos von sich selbst gemacht hat.

Hatte mich wohl in der Zeit vertan - um 11:30 kam er dann aber vorbei ;-) - ob es jetzt Peter Berlin ist, wei├č ich nicht, aber vieles, sein Alter, der Versuch seines Auffallen-Wollens passen zu ihm. Und als ich Keas die Fotos schickte, musste er lachen. Denn auch Keas hatte diesen Menschen immer und immer wieder gesehen ÔÇŽ

Der Jetlag fordert seinen Tribut, der mich die ersten beiden Abende fr├╝h ins Bett brachte. Gestern habe ich erst mal einen kleinen Gro├čeinkauf gemacht, um mich mit Milch, Kaffe, Wurst, K├Ąse, Schampon und Seife einzudecken. Wahnsinn. Einerseits ist es so, als ob ich gestern erst hier gewesen w├Ąre, und ohne zu ├╝berlegen gehe ich aus der T├╝r. Der Pakistani in seinem Laden an der Ecke stand wie vor 1 1/2 Jahren an seiner Ladentheke. Die drei Eulen (wie ich kl├Ąglich "The owl tree" ├╝bersetzt hatte, ohne je dr├╝ber nach zu denken, ob ich mich da irren k├Ânnte...) habe einen neue Leuchtreklame, aber das Honey Honey Cafe ist immer noch da, und eigentlich sieht alles aus wir vor einem Jahr.

Bin dann zum Bargin-Store auf die Polk Street, k├Ânnte man als den Urban f├╝r Getr├Ąnke bezeichnen. Danach zum Cala-Supermarkt, den ich wohl von au├čen kannte, doch obwohl ich f├╝nf Monate hier gewohnt hatte, dort nie einkaufen war. So mischen sich gerade neue Ecken mit viel altem, gleichen und ein paar Dinge im neuen Schein.

War gerade bei meinem Lieblings-Vietnamesen TU LAN auf der 6th Street.... Alles wie gehabt. Wer auf deutsche Reinlichkeit steht, sollte dort nicht essen. Die T├Âpfe sind angeranzt, auf dem Boden liegt Verschiedenes, und die K├Âche haben ein Handtuch um den Hals gebunden, und trotzdem trieft das T-Shirt darunter voll Schweiz - dann Plastiksch├╝rze. Wahrscheinlich geh├Ârt einiges von dem Schweiz mit zu den speziellen Gew├╝rzen, aber es ist lecker, viel, und f├╝hlt sich an wie zu Hause - so wie es immer war!

Na, und gleichzeitig nat├╝rlich nicht. Ich bin jetzt f├╝nf Wochen hier, und zu Hause geht's weiter. Nur, dass scheinbar mit der Reise hierher der ganze Stress der letzen Zeit abgefallen ist. Laufe wieder mit meinem oft erw├Ąhnten Schmunzeln durch die Stra├čen - muss mich erst mal wieder an den Urin-Geruch hier im Tenderloin gew├Âhnen, und mir auch noch mal deutlich sagen, dass ich keine Angst haben muss, dass mir hier was passiert. Hatte hier nie Angst, es ist nie was passiert, merkte aber eben, dass ich mich noch mal neu daran gew├Âhnen muss.

Und ob die Armut gr├Â├čer geworden ist, wie Keas das erlebt hat, wei├č ich noch nicht?!? Wobei der ersten Eindruck war: Doch. Ich habe nicht so viele Leute auf der Stra├če in Erinnerung. Das Tenderloin scheint sich auszudehnen.

Wie auch immer. ich freue mich gerad sehr, wieder hier zu sein!

Golden Gate - alles nur gefaked


PS - ein Foto, dass ich seit letztem Sommer in der Tasche habe, das zeigt, dass das mit der Golden Gate Bridge alles nur vorget├Ąuscht ist. In Wahrheit steht das Modell der Br├╝cke auf eine Green-Screen - und je nachdem, wie man will, f├╝gt man ein paar Berge in den Hintergrund oder eine Brandung in den Vordergrund - dann siehtÔÇśs aus wie einmalig. Nun denn, wie das Foto zeigt: ganz sch├Âner Betrug ;-)

Und endlich wieder Hulu.com


PPS - und endlich kann ich wieder Hulu sehen. Geht zwar ├╝ber n Trick auch in Deutschland, aber hier hatte ich dann schon eine neue Folge von Dr. House - RTL wirbt gerade auch mit neuen Folgen -die Folgen, die es hier schon vor einem Jahr gab... Pfui, in Amerika ist doch alles besser ;-)

In diesem Sinne ÔÇô f├╝nf Wochen San Francisco ÔÇô und schon n├Ąchste Woche halb verplant. Freunde (oder Bekannte) treffen ÔÇô freue mich sehr. Und das Sch├Âne ist wirklich, bei f├╝nf Wochen muss man sich nicht ├╝berschlagen. So lasse ich alles in Ruhe angehen und genie├če es!