Das Visum ist da!

Montag, 31. März 2008

Die Einträge im Gewinnerforum von www.americandream.de hatten schon vermuten lassen, dass die Antwort vom Konsulat sehr schnell kommt.

Die Tatsache, dass ich von Ostersamstag an eine Woche lang in Broadstairs in Südengland im Urlaub bin, und das Einschreiben nicht persönlich entgegen nehmen kann, hat mich etwas beunruhigt - aber die deutsche Post lagert die ja zum Glück ein.

Schneller als erwartet ist dann letzten Mittwoch, am 26.3. die Benachrichtigungskarte zum Einschreiben hier gewesen - hier liegt zwischen Interview-Termin und Auslieferung lediglich ein Werktag (da ja Osterwochenende war).

Bin dann heute zur Post - musste extra zur Breiten Straße - und dann war er da - der große Umschlag! Und völlig ramponiert - wie sich der Postangestellte (der zufälliger Weise auch Heller hieß) auch nicht verkneifen konnte.

Aber er war recht gelassen - ich solle vor seinen Augen prüfen, ob alles in Ordnung sei - und es fiel mir zwar schwer, aber der innere Umschlag mit den Visa Unterlagen war unversehrt. Von daher wichtig, da ein beschädigter Visumsumschlag das Visum ungültig machen würde, und eine neue Beantragung würde auch wieder die kompletten Gebühren kosten (und das war echt richtig viel Geld 8-) ).

Habe also die Einschreibe-Quittung unterschrieben, aber danach noch eine ganze Weile an einem freien Kundenschreibplatz mir den Umschlag angeguckt! Aber er ist heile!!! Ich werde wahnsinnig!

Kurz noch zu Aldi, danach nach Hause - schön war es, dass Margit heute morgen einen Programmiervormittag bei mir in der Küche abgehalten hat - hatte bei Aldi statt Champagner eine Packung Nougat-Konfekt gekauft, um in irgendeiner Weise den Erhalt des Visums zu feiern! Und es ist wirklich wieder ein besonderer Tag. Seit ich wieder zu Hause bin schreib ich im Forum - oder jetzt hier im Blog - arbeitstauglich bin ich nicht!

Und so sieht es aus:



Ich bin mir nach den ganzen Sicherheitschecks nicht sicher, ob ich das hier einfach so darstellen kann, von daher hab ich die relevanten Daten mal verwischt...

Margit sagt, ich sehe auch wie ein Verbrecher - ich weiß nur, das Original-Farbfoto ist vorteilhafter - der Mann von Foto Gregor hat da schon gute Arbeit geleistet. Nun denn, also, der Aufkleber ist nun im Riesepass, die Visa Unterlagen und das Röntgenbild sind da - es kann also nun losgehen!

Morgen Mittag wird der Flug gebucht (Warte noch auf Harrys Feedback wegen des Terminplans zum gemeinsamen Projekt - aber das wird sich bis morgen auch nicht mehr ändern!) - und dann kommt alles andere!

Yippiiii

Interview am Konsulat - Super!

Donnerstag, 20. März 2008

Die Nacht war unruhig, ich war mehrmals wach. Um 6 ging der Wecker, um 20 nach 6 stand ich fertig geduscht und angezogen in Jens’ Küche, schlabber ein Leitungswasser. Jens wird wach und ist so lieb, und macht mir noch einen Kaffee – ich stehe am Küchenfenster, es ist klares Wetter, blauer Himmel, es ist schon taghell, und ich wundere mich, wie man am Stadtrand solche Siedlungen bauen konnte. Praktisch, aber nicht schön.

Um 6:50 bin ich startklar und gewollt, das Haus zu verlassen. Nicht, dass es von Jens aus nur 2 KM zum Konsulat wären, aber ich habe sämtliche Elefantenherden einberechnet, die den Weg hätten kreuzen können. Und die fehlende Möglichkeit, kurz vor der Botschaft nicht links abbiegen zu können, und deswegen eine Halse fahren zu müssen, bestätigt mich kurz in meiner großzügigen Zeitplanung ;-).

So war ich also um kurz nach 7 vor dem Konsulat, an der Schlange sah man dann auch, wo der Eingang war, und endlos freie Parkplätze waren direkt vor dem Konsulat - also stand ich wirklich um 7:10 in der Schlange – Man sieht, ich bin nicht der einzige Wahnsinnige, der es mit der deutschen Pünktlichkeit zu ernst nimmt (mein Termin war um 8!), auch 30 andere Leute (von denen, wie sich später zeigte, nur gut eine Handvoll für die Greencard da waren) harrten in der Kälte aus.

Gegen 7:30 kam dann der erste Beamte und öffnete das Fenster zum Ticket-Schalter - jeder bekam seine Wartemarke, und ich war beeindruckt - es lag eine Liste am Empfang, auf der mein Name stand - also, hier bin ich mit Sicherheit richtig! Wartemarke W504.

Man stand aber immer noch vor dem Häuschen, das eher an den Kücheneingang des ehemaligen Kasernenkomplexes erinnerte, als an den offiziellen Eingang eines Konsulats - nur das Schild mit Foto der Freiheitsstatue, Kuppel des Capitols und einer wehenden Amerika-Fahne zeigte, dass das hier ein ganz besonderer Fleck Erde ist!

Man wurde zu viert in das Häuschen gelassen, was dann der "Flughafen"-Check-In war, also, Sicherheitscheck mit Jacke durchleuchten und Metalldetektor. Anschließend war man innerhalb des hoch umzäunten Komplexes. Mit dem Check war man dann auch schon wieder am Ausgang des Einganghäuschens, und eine Dame halb links am nächsten Gebäude vermittelte einfach nur durch ihr "da stehen", dass man nur in ihre Richtung gehen sollte. Dem war dann auch so ;-).

Ich ging durch zwei Türen – im Zwischenraum hingen Portraits von George Busch, Condoleezza Rice und einem dritten Mann, den ich peinlicher Weise nicht kenne - lief einer weiteren Dame in die Arme, die meinen Vorgänger auf English ansprach, mich dann aber zielsicher auf deutsch: "Haben Sie schon gezahlt?" - und verwies mit einem Wink an den Schalter 22 - einem diagonal durch die komplette Halle - ganz ans Ende - also, erst mal Kohle abdrücken.

Der kahl geschorene bebrillte Kassierer um die 30 lächelte freundlich, auch bei ihm lag ein Beleg, auf dem die Kosten speziell auf meinen Namen vorausgefüllt war – Visa-Karte gezückt (ganz nach dem Motto: die Freiheit nehm’ ich mir - wie passend hier ;-)) Wie man ihn später beobachten konnte, hatte er glaube ich den langweiligsten Job in dem Etappenlauf.

Kurz Platz genommen, wunderte ich mich, aber auch bewunderte erst mal die Halle. Es schien wie ein alter Innenhof des Kasernengebäudes gewesen zu sein, das nachträglich mit ein paar Säulen und eine Glasdach versehen worden ist - nicht spektakulär - eher schlicht und modern, aber um die Säulen hingen von allen 50 Staaten die "Staatenfahne" - und das verlieh dem Raum einfach schon eine besondere Bedeutsamkeit. Ansonsten hatte der Raum eher den Charme einer Posthalle oder eines Straßenverkehrsamtes, da an 3 Seiten nur Schalter mit Glasscheiben waren, an denen man dann "abgewickelt" wurde - selbst das Gespräch mit dem Konsulat ging später an einem der Schalter von statten, durch Scheibe und über Mikrophon, das hatte ich mir schon offizieller vorgestellt.

Also, es war 8, ich hatte schon bezahlt, die Halle war so gut wie leer, obwohl für 299 Platz war, wie eine Schild bezifferte - und meine Nummer wurde kurz später vom Schalter 23 aufgerufen. Dort erhielt ich dann den Rückumschlag, auf den ich meine Adresse schreiben musste. Außerdem durfte ich dann meine Briefmarken darauf kleben, und bekam einen Zettel, auf dem stand, in welcher Reihenfolge ich meine Unterlagen sortieren solle.

Dann schwebt ein junges Mädel an mir vorbei, die aussah wie die tatsächlich weibliche Version von Daniel Kübelböck. Sie war mir draußen schon aufgefallen, da Ihre Klamotten definitiv nicht für eine Warteschlange bei 0 Grad geeignet waren. Hier stand das gute Aussehen im Vordergrund. Nach dem sie ebenfalls am Zahlschalter war, setzte sie sich ein paar Stühle weiter, und durch nach vorne Bücken präsentierte sie erst mal Ihre Spitzenwäsche und Ihr Arschgeweih. Nun denn.

Wie sich jetzt langsam rausstellte, fand die komplette Abwicklung in dieser Ecke statt, also, zwischen Schalter 17 und 23 - der Rest der Halle wickelte andere Dinge mit anderen Menschen ab, die mich in dem Moment nicht interessierten ;-). Ich sortierte meine Blätter und musste jetzt etwas länger warten - um kurz von 9 kam dann der Aufruf zum Schalter 21.

Hier traf ich auf einen jungen Mann, der nun meine Unterlagen entgegen nahm. Selbst wenn er Amerikaner war, ist er sicherlich in Frankfurt geboren, sein hessischer Slang machte Spaß. Als erstes wollte er dann die Kopie meiner Geburtsurkunde haben - ach Du Kacke – ich habe doch nur das Original dabei (hatte ich mir explizit für die GreenCard besorgt)! Ich hatte ja eine Kopie für meine Unterlagen gemacht, aber war mir nicht sicher, ob ich die dabei hatte. Gekramt - nä - nicht dabei. Der Mann war ganz entspannt und meinte, es sei kein Problem, er würde dann eine Kopie machen. Dann wollte er mein Abi-Zeugnis - er bekam eine uralt-beglaubigte Kopie aus den 90ern von mir, aber auch das Original, und hat sich in der Tat auch angeguckt, ob die Kopie dem Original entspricht.

Dann das Führungszeugnis. Dann die Bankstatements. Er war überrascht, dass ich ihm die Originale überreichte, das hatte ich zumindest bei den Vorbereitungen so verstanden. Was soll’s, was fang ich damit an, ich meinte, nein, nein, die wären extra für ihn! Und dann den Gewinnermittlungsbericht meines Steuerberaters (bin ja selbständig) sowie die ausgedruckten Kontoauszüge von meinen drei Konten der letzen drei Monate - auch hier die Nachfrage - seinen die für ihn? Ja, bitte, die habe ich extra für ihn ausgedruckt...

Ohne nachzufragen bestätigte er, dass meine Unterlagen von der ärztlichen Untersuchung bereits da seien, die Quittung brauchte er also auch nicht mehr.

Und nichts weiter - ich fragte noch mal, was mit meinen Arbeitzeugnissen sei, aber er war völlig zufrieden mit dem Abi-Zeugnis - der Rest sei egal... (und ich kopier mir vorher den Wolf …)

Er ging, kopierte die Geburtsurkunde, und gab mir das Original wieder - ach das war es - ich dachte, er will das Original - und er wollte nur einen Kopie - das erklärte meine erste Verunsicherung!

Er erklärte mit dann ausführlich, bis wann ich einreisen muss, an wen die Social Card gesendet wird, wann die Greencard versendet wird, wie lange die hält, was man tun muss, wenn man länger draußen bleiben will. Aber auch, dass die Einreiseerlaubnis aus dem Ausweis, dem Visa selber und dem Röntgen-Bild besteht, und das man beim Öffnen der Rück-Einschreibens vorsichtig sein solle, nicht, dass man den Visum-Umschalg beschädigt, was dieses ungültig machen würde - und man die Prozedur noch mal durchlaufen müsste. Der gute Mann schaffte es wirklich, dass man trotz der Glasscheibe das Gefühl hatte, man ist super betreut!

9 Uhr, und ich war auch mit diesen Formalitäten durch.

Er hatte mir zum Abschluss die Broschüre „Welcome to the United States“ überreicht. Das erste Durchblättern war echt ein rührender Moment – ich fühlte mich wirklich herzlich willkommen. Der Satz auf der ersten Seite „It is now both your right and your responsibility to shape the future of this country“ hat mich dann schon ergriffen. Der Satz zur “Perminant Resistant Card (Form I-551)” – some people call this a “Creen Card” brachte mich dann eher zum schmunzeln.

Danach wurde es dann echt gemein, da die Reihenfolge der Nummern nicht mehr chronologisch aufgerufen wurde, sondern irgendwie nach Abarbeitung. Selbst die weibliche Kübelböck, die die Wartenummer 506 haben musste, wurde vor mir vom Konsul aufgerufen. Irgendwie hatte ich jetzt das Gefühl eines Wettrennens. Vor allem kam es mir so vor, als ob nun mindestens 30 Mal irgendwelche andere Nummern von andern Verwaltungsabläufen im Rest der Halle aufgerufen wurden, und jedes Mal schreckte ich erneut auf.

Um kurz vor 10 war es aber dann soweit. Schalter 17: Der Konsul. Ein eher typisch aussehender Amerikaner, der vor allem aus der Entfernung betrachtet eine ähnliche Mundpartie wie George W. Busch hatte. Später zeigte sich im Profil eher eine große Ähnlichkeit zum jungen Patrick Swazy zu Dirty Dancing Zeiten - nur mit gut gepflegtem 7-Tage-Vollbart.

Und es war wirklich beeindruckend - zuerst fragte er mich, ob ich das Formular selbst ausgefüllt hätte (das vom letzten Sommer) - musste die Hand heben, schwören (vor der Scheibe) und dann unterschreiben!

Es war wie Smalltalk - er fragte, wo ich hin wolle, San Francisco oder San Jose sagte ich ihm. Ob ich wisse, was ich machen wolle - und ich sagte: Bin hier in Deutschland selbständiger Webdesigner, und das ich das dort fortsetzen wolle. Er meinte bestätigend, ja, die Jobs werden einfach immer gesucht! Super, besser kann es doch nicht sein...

Dann kamen die Fingerabdrücke - die 4 Finger der linken Hand - die 4 Finger der rechten Hand, dann beide Daumen - von weitem hatte das Gerät ausgesehen wie eine EC-Karten-Lesegerät - aber es war der Scanner für die Finger.

Er erklärte mir kurz freundlich - und auch auf deutsch, wie alle Gespräche an dem Vormittag - dass die Unterlagen jetzt noch geprüft werden, aber dass ja alles gut aus sähe, und dass ich in ein, zwei Wochen dann Post hätte...

Und das war es! Habe ihm noch frohe Ostern gewünscht, er hatte sich aber schon abgewendet - und das war’s dann wirklich!

Endlich kurz zum WC (hatte mir das die ganze Zeit verkniffen, aus Angst, den Aufruf meiner Wartemarke zu verpassen) – bin ganz gemütlich raus - stand um 10 nach 10 am Auto - und musste einmal ganz kräftig juchzen!!! Yippie!!!

Die Schlange vor dem Konsulat war nun erheblich länger, aber was soll’s – ich bin ja durch!

Insgesamt, ein gut organisierter Verwaltungsakt, ein rundum runde Veranstaltung!

Vorabendliche Anreise nach Frankfurt - ich werde wahnsinnig

Mittwoch, 19. März 2008
Ich frage mich, was ich in der Zeit zwischen 17:30 und 21:15 - meiner Abfahrtszeit - gemacht habe...

Ich bin wie im Tigerkäfig hin und her gelaufen, habe immer wieder die Mappen kontrolliert, ob nun wirklich alles drin ist – um dann um kurz nach 8 (also, 20 Uhr) festzustellen, dass ich am morgen meinen Impfpass beim Arzt liegen gelassen habe! Schreck - wenn es jetzt schief gehen sollte, nur weil ich den Impfpass nicht vorlegen kann, dann beißt ich mir in den Ar.... Jetzt noch in der Praxis anrufen – das macht keinen Sinn – und ich muss am Abend noch los – der Termin ist morgen um 8 in Frankfurt – und morgen früh noch was in Köln zu reißen - das ist völlig illusorisch…

Egal – kann man jetzt nicht mehr ändern –das war dann gleichzeitig auch eine Form der Sicherheit, die mir etwas mehr Ruhe verliehen hat.

Tasche gepackt – was man so für einen Nacht eben so braucht, aber ich bin schon ziemlich verbräst. Im letzen Moment kam mir der Gedanke nach einer frischen Unterhose – ich muss schon über mich selber schmunzeln und merke, wie verwirrt ich gerade bin.

So, dann Klamotten ins Auto geworfen – eben noch an der Bank vorbei, Geld holen, und eine Runde durch den Rewe… mir hungrigem Magen sollte man einfach nicht einkaufen gehen, hab noch kein Abendbrot gehabt. Frikadellen wären jetzt super – die Wahl fällt auf ein 300g Paket Geflügelfrikadellen (man isst ja gesund) – n 5er Pack Twix (wie wahnsinnig bin ich eigentlich) und ein paar Erdnüsse im Chili-Teig-Mantel – keine Ahnung, auf was ich noch so Lust bekomme – und die Fahrt soll zumindest entspannt sein.

Noch ein Six-Pack Becks Gold ins Körben (Jens hatte angedeutet, dass er nichts zu trinken im Hause hat), noch ein Konfekt für den Guten als Dankeschön fürs Übernachten – ach, kauf mal noch ne Flasche Prosecco als Gastgeschenk. Und noch ne Packung Mon Cherie – Vater Heller hat heute Namenstag, und wenn der Termin morgen zügig abgewickelt wird, hab ich Zeit, um auf dem Heimweg zu Hause im Bergischen vorbei zu schauen, und dann auch die Wohnung von Wolfgang auszumessen… Irgendwie ist gerade alles sehr geballt…

Ich sitze im Auto, kämpfe noch mit Schnee beschlagenen Scheiben, und dann kommt mir in der ersten Einbahnstraße, die super eng ist, ein Radfahrer mit ner Funzellampe entgegen der Fahrtrichtung entgegen – Du Depp!

Getankt.

Biege ein auf die Zülpicher Straße auf dem Weg zum Barbarossa-Platz und damit auf dem Weg zur Autobahn… Da läuft mir fast noch eine blonde Frau vors Auto – Mann – sind denn heute nur Vollidioten unterwegs???

Ich muss den Kopf schütteln und amüsiere mich über mich selbst. Ich denke nur, wie wird das nur morgen früh sein?

Ich entspann mich langsam, und mit dem Hinter-Mir-Lassen des Heumarer Dreiecks geht der Himmel auf, und trotz des Unwetters am Abend ist nun die Straße trocken und ein 7/8 Mond begleitet so gut wie die ganze Autofahrt nach Frankfurt. So lässt es sich angenehm fahren.

Nur die Tatsache, dass 300g kalte Geflügelfrikadellen einfach zu viel für einen alleine sind. Und obwohl ich nach 2/3 der Packung aufgegeben habe, und versucht habe, das langsam widerliche Gefühl mit einem, besser zwei Twix zu bedrängen, ist das dann auch nicht wirklich erfolgreich gewesen. Naja, Erdnüsse helfen da auch nicht weiter – probiere - lege sie wieder weg – bin auch so gut wie schon in Frankfurt.

Jens rief an, dass er erst kurz vor Mitternacht zu Hause sein wird – also, Zeit genug, sich etwas in der Stadt zu orientieren. Ich habe zwar nur ein paar grobe Ausdrücke von Map24 dabei, aber für die ungefähre Orientierung sollte es reichen – da fahr ich doch schon mal an der Botschaft vorbei. Um ein Gefühl zu bekommen, wie weit sie von Jens entfernt ist, und vielleicht den Eingang schon zu sehen.

Nach ein paar Straßen Hin und Her bin ich dann auch endlich auf der Giessener Straße, ich hatte irgendwie ein bombastisches, mit Säulen geschmückten altertümliches Gebäude erwartet, finde aber nur eine ehemalige Kaserne, die hoch vergittert ist, und ein Eingang ist auch nicht auszumachen. Nun denn, aber hier isses, hier musste morgen hin. Parkplatzsituation ist noch nicht einzuschätzen, aber wenn ich früh genug da bin, kann man auch ein paar Minuten laufen.

Mache mich auf den Weg zu Jens, stehe erstaunlicher Weise nach 10 Minuten bei ihm vor der Haustür – und freue mich einfach da zu sein.
Er hat noch eine Flasche Prosecco aus seiner Tennisanlage (die er übernehmen will) mitgebracht, und nach einem kurzen aber intensiven Plausch sind wir dann um kurz nach eins zu Bett gegangen. Der nächste Tag wird ja früh anfangen!

Termin am Konsulat - noch einmal schlafen...

Mittwoch, 19. März 2008

so, jetzt haben wir den Mitte März, und das lange Warten scheint wie weggewischt zu sein - die Zeit seit dem 2. Februar, seit dem die Einladung kam, ist jetzt doch geflogen.

Die Unterlagen liegen nun gebündelt auf der Couch, eine Mappe mit Kopien aller Zeugnisse, Originale von Geburtsurkunde, Führungszeugnis, Bankstatements, Passfoto, Briefmarken, Adresse von Benjamin für den Konsulaten. Ausdruck der Kontoauszüge der letzten drei Monate meiner drei Konten, viel wichtiger aber die Erfolgsabrechnung meiner kleinen Firma durch meinen Steuerberater - die ist wahrscheinlich, was die Liquidität anbelangt, das Wichtigste.

Eine weitere Mappe mit allen Zeugnissen im Original, sowie - zur meiner persönlichen Beruhigung - habe ich alle Dokumente, die ich im Original abgebe, Kopien gemacht - schon in der Hellerschen Gründlichkeit.

Ja, und dann noch die Gewinnbenachrichtigung und die Einladung. Habe das Gefühl, dass alles gut vorbereitet ist, ein wenig Angst, dass ich was wichtiges vergessen habe, aber das läßt sich auch zur Not noch nach liefern. Aber, wenn ich das Forum von The American Dream angucke, erwartet mich morgen ein wohlwollender Verwaltungsakt!

Gemessen an meinem Reisezeitraum vielleicht etwas übertrieben, aber man muss sehen, dass das im Prinzip die Vorbereitungen für die komplette Auswanderung sein könnte - aber es ist auch müßig, darüber nach zu denken, wie mein liebes Leben danach weiter geht - erst mal der Termin morgen, dann kann ich planen - und alles weitere dann!

Ich bin aufgeregt - aber ich freu mich auch immer mehr!

Ach ja - und eine wichtige Anschaffung habe ich vorgestern getätigt: Habe mir eine neue Camera von Canon gekauft - so richtig fett - was ich schon seit Ewigkeiten haben wollte - und das heißt, es wird hier auch bald Bilder geben ;-)

Noch 5 Tage bis zum Interview

Samstag, 15. März 2008

So, nun habe ich mich endlich mal im "Gewinnerforum" von http://www.americandream.de eingetragen - man muss ja sicher nicht alles neu recherchieren, vieles wird dort bestimmt schon besprochen sein.

So bin ich natürlich direkt in den Bereich "Selbständig" gewandert, und wenn ich es richtig gelesen habe, gibt es wohl nur eine "Self-Employment Tax" von knapp 16 % - das wär ja echt cool - aber das war gerade das erste Überfliegen... ja, so ist eben Web 2.0!

Am Donnerstag ist es dann soweit - Interview in Frankfurt - hab eigentlich keine Befürchtungen - habe jetzt am Samstag mein letztes Bankstatement von der Postbank bekommen (unverschämt - die nehmen 20 € für einen zusammen geklickten Brief - noch nicht Mals mit Nennung des aktuellen Kontostands - die MLP hat 5 € genommen - dies war zumindest ausformuliert - die Noris-Bank hats am Schalter direkt und umsonst ausgestellt), damit sind alle Unterlagen komplett. Auch Kopien aller Zeugnissen sind schon fertig, ich muss jetzt nur noch Kopien von den Unterlagen für mich selber machen - damit ich was in der Hand behalte...

Jetzt muss ich noch Jens anrufen, dass ich dann am Mittwoch abend kommen werde - ich sollte ihn noch mal erinnern... und dann geht es los! 8:00 - Interview im Konsulat. Messer und Waffen sind verboten - ach was... aber selbst Taschen und Handys sind nicht erlaubt - bin ja mal echt gespannt.

Na, und auch die Family richtet sich gerade darauf ein - habe heute mit meiner Schwester Elisabeth telefoniert - und ihr die konkreten Pläne übermittelt - und meine Elten haben gerade ohnehin mehr mit dem Auszug meines Bruders zu tun - aber die sind cool - das sind echt Eltern, wie man sich die wünscht - die finden nicht immer alles gut, was man so macht, aber sie stehen zu 100 % hinter einem - so soll das sein.