Schublade San Francisco zu - Schublade Köln auf!

Samstag, 18. Juli 2009
Gibt’s viel zu berichten? Keine Ahnung. Zumindest habe ich es endlich geschafft, die Bilder der letzten 4 ½ Monate auf ein Angucker-erträgliches Maß zu reduzieren, um die einerseits hier ins Web zu stellen, aber dann auch eine Rundreise mit meinem neuen Beamer zu starten.





Eins ist auf jeden Fall stetig: Die Zeit rennt. Ich bin jetzt seit 2 ½ Wochen hier, und nach anfänglicher absoluten Auslastung mit dem Kölner CSD, den Gästen aus Bremen bzw. Berlin, dann zwei Geburtstagen gab es a) keine Zeit für ein Jetlag und b) eigentlich kaum Gelegenheit, sich mal in Ruhe hinzusetzen, und zu gucken, was war das denn jetzt, dieses Jahr in San Francisco?

Was in einer Weise völlig absurd ist, das Ankommen in Köln war, als ob man einen großen Schalter umlegt. Durch die äußeren Umstände: In San Francisco war alles ordentlich abgewickelt, hier bin ich am Tag meiner Ankunft direkt in meine zwischenzeitlich untervermietete Wohnung, meine Untermieterin Emilene hat lediglich ein paar Bilder abgehangen, ansonsten ist alles genau wie vor einem Jahr. Selbst die Gewürze standen noch an Ort und Stelle …

Einerseits natürlich gut für den Besuch, aber selber war ich froh, meine eigene Haustür zu haben, die ich hinter mir zu machen kann. Koffer sind ausgepackt, und das war es hier mit ankommen. Meine Klamotten sind noch in der Welt verteilt, und so richtig will ich die Schränke nicht wieder füllen, ich genieße es, dass alles recht leer ist, auch wenn es nicht nach Ordnung aussieht, da das wenige alles irgendwie rumfliegt. Gerade an meinem Schreibtisch merke ich, dass meine einst so gut organisierte Struktur noch nicht wieder hergestellt ist. Vor meiner Reise gab’s Schütten für Finanzkram, Projekte und Dingen-zum-Abheften, aktuell landet alles noch auf einem großen Haufen.

Und auch das Zurückkehren zur Arbeit ging von jetzt auf gleich. Zwei Tage nach meiner Ankunft war ich in der Mediagroup, um abzuklären, wo ich demnächst meinen Arbeitsplatz haben werde, und welche Aufgaben ich übernehmen soll/kann/werde. Kurz später saß ich bereits mit den Kollegen in der WDR-Kantine, irgendwie mit dem Gedanken, äh, vor drei Tagen saß ich noch in der Gangway zum Abschiedsbier, jetzt lausche ich dem gleichen Mittagstischgeschwätz, dass ich so sehr kenne. Nicht dass es schlimm wäre, aber das Gefühl, es hat sich gerade so gar nichts geändert, ist in diesen Momenten massiv. Beim Rewe sitzt die gleiche Kassiererin an der Kassen, der Penner in der Breiten Straße bettelt dort immer noch mit hoch rotem Kopf und massiv nasal-weinerlichen Stimme um ein paar Cent (sieht man den in der Bahn, näselt er gar nicht, sondern ist ein reflektierter Plauderer…), ein paar Gesichter in der Mediagroup sind neu, aber auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer.

Am Montag dann der erste Abend ohne Programm – was machen? Inline-Skates an, einmal die große Runde Mühlheimer Brücke – Rhodenkirchener Brücke, wunderschönes Wetter, ich genieße es, dass irgendwann die Rückenschmerzen nachlassen und wie schön es doch hier am Rhein ist. Am Dienstag dann zum Squash, und obwohl ich ein Jahr nicht gespielt habe, steige ich nach dem ersten Spiel auf Platz 2 in der neuen Rangliste ein… Ja, natürlich stolz, aber vor allem mit dem „Alltäglichen“ habe ich hier ganz stark das Gefühl, die Schublade mit dem Leben in San Francisco ist jetzt wieder zu, und die Schublade Köln ist wieder auf (Nur mein Muskelkater verrät mir, dass ich eine längere Squash-Pause hatte ;-)).

Nun, beim Schreiben merke ich, das drum herum hat sich sicher verändert, man sieht die Veränderungen nicht auf den ersten Blick, aber mein Leben in Köln hat sich nicht verändert. Es ist genau dasselbe, wie es vor einem Jahr war. Ich will nicht jammern, ich genieße es 300%ig geschmeidig wieder in meine Wohnung, zu meinem Job und zu den Leuten hier zurück zu kommen, ohne jegliche Hürde, aber es macht mich auch ein wenig frustran, dass vermeintlich von dem Jahr so gar nix hängen geblieben ist.

Oder doch? Gerade beim Smalltalk beim Mittagessen merke ich, dass ich jedes Thema, was auf den Tisch kommt, mit einem „Also, in Amerika ist das so und so“ – und merke, dass ich mich zurück halten muss, wahrscheinlich verdrehen die Kollegen schon innerlich die Augen, wenn „der Heller“ wieder mit seinem Ami-Kram anfängt. Aber genau daran merke ich, dass meine kurzfristige Erlebniswelt dann doch in San Francisco war, und dass mein Kopf und mein Herz doch oft in Erinnerungen schwelgen. Nun, die Entscheidung, ob Köln oder San Francisco steht aktuell nicht zur Debatte. Aber ich gucke durchaus nach Flügen, und mit dem Luxus meines Jobs kann ich natürlich auch sagen – OK, dann flieg ich im Herbst für 6 Wochen, und arbeite die Zeit dann von dort aus. Und für einen solchen Zeitraum wäre das auch realisierbar, könnte einfach San Francisco genießen und meine wirtschaftliche Sicherung bleibt bestehen. Soweit aktuell mein unausgegorenes Hin-und-Her. Kein dramatisches wie im Winter, wo ich wirklich nicht so recht wusste, wohin es gehen wird, aber trotzdem ganz klar, dass es damit jetzt nicht getan ist, sondern dass San Francisco mich immer wieder sehen wird.

Kein Abschluss-Resümee


Ich habe es fast erwartet, ich komme gedanklich nicht dazu, mir vor Augen zu führen, was war jetzt gut, was war nicht so gut. Wie schon mal geschrieben, es gibt kein besser oder schlechter, es ist vor allem ein anders. Die soziale Absicherung ist in Deutschland definitiv besser, das hat der „Traum Amerika“ auf jeden Fall versagt. Hier ist es wesentlich sauberer und aufgeräumter, andere nennen es auch spießiger. In San Francisco ist alles etwas schnoddriger, habe aber auch das Gefühl, dass das auch mit einer etwas größeren Entspanntheit der Amerikaner einher geht.

Ein kleines traumatisches Erlebnis habe ich allerdings auch schon hinter mir. Wollte mich letzte Woche auf eine Ausschreibung bewerben, der Internetauftritt einer öffentlichen Einrichtung sollte ein „optischen Relaunch“ bekommen. Nach dem ich mir 100 Seiten Rahmen-, Quer-, Neben- und Unterbedingunen runter geladen hatte, darunter eine Bescheinigung der eigenen Zuverlässigkeit (ich dachte, ich trag mal ein, nö, montags ist doof, und komm ich heut nicht, komm ich morgen – äh – wie weit kann man denn Bürokratie betreiben?), und nach zwei Stunden studieren der Unterlagen musste ich feststellen, dass alles Mögliche da war, nur keine grafischer Entwurf – was ungefähr ein Haus bauen ohne Bauplan wäre! Ich fühlte mich so richtig im Beamtenstaat Deutschland angekommen. Und ich komme nicht drum herum, mich darüber zu ärgern, dass die Leute Tage lang Steuergelder ausgeben, und solche Ausschreibungen zu gestalten, formalistisch auf allerhöchsten Niveau, inhaltlich aber völlig verfehlt.

Beim ganzen Ankommen oder nicht ankommen habe ich gestern die Bilder noch mal in Ruhe angeguckt, und bin letzt endlich platt, wie viel ich gesehen habe, wie viele Leute ich kennen gelernt habe, dass ich der englischen Sprache ein Stückchen näher gekommen bin, und einfach sehr glücklich bin, diese Gelegenheit genutzt zu haben. Ein Jahr Ferien, so kommt es mir manchmal vor… Der Blick geht jetzt weiter nach vorne, aber ich denke, er wird das ein oder andere Male sicher auch nach hinten gehen…

In diesem Sinne – stephan-in-amerika.de wird es weiter geben, wahrscheinlich erst mal etwas ruhiger, aber ganz sicher nicht still ;-)






…wie ein Wimpernschlag, die 2te… Abschied aus San Francisco

Donnerstag, 2. Juli 2009
Ich sitze im Flieger, irgendwo über Grönland oder so, Mitternachtssonne, auch wenn der Flug über Nacht geht, es ist maximal dämmerig, aber keinesfalls dunkel. Habe eben mal gerechnet, wenn ich also gleich in Frankfurt ankomme, ist es dort bald 11, aber in meiner Zeit 2 Uhr in der Nacht, hab mir überlegt, in wie fern ich dem Jetlag einen Strich durch die Rechnung machen kann, aber ich glaube, das wird nichts… Schon fast wieder vergessen, dass der Flieger eine Stunde Verspätung hatte. Wir waren bereits auf dem Weg zur Startbahn, als der Pilot irgendwelche Probleme entdeckt hat, und in der Tat der Flieger zurück zum Gate fuhr. Alle blieben drin, man sah nur, dass umgepackt wurde. Aus dem Cockpit kam die Mitteilung, dass auch zu viel Gepäck an Bord sei (das können aber jetzt nicht meine beiden Koffer mit Übergeweicht sein…), aber was genau gemacht wurde, konnte ich nicht sehen.

Es ist ja nicht ganz beruhigend, wenn sowas geschieht, aber nach einer ganzen Weile Misstrauen überlegt man sich, dass der Pilot ja wahrscheinlich sein Leben auch nicht so leichtsinnig aufs Spiel setzt, und schließlich hat er das Fliegen ja gelernt, und man gibt sein eigenes Leben in die Hände eines wildfremden Mannes. Nun, er wird’s schon machen.

Aber wie im Dezember kommt es mir gerade so vor, als ob ich doch gerade erst her gekommen bin. Wo sind denn jetzt diese 4 ½ Monate hin. Vom Kopf her weiß ich, dass ich viel gesehen und viele Leute getroffen habe, aber jetzt? Wie nach zwei Wochen Gran Canaria - nur die Abreise ist etwas länger ;-).

Mein Gefühlstatus zur Rückreise? Keine Ahnung. Nachbar Peter (K) und Nachbarin Bettina (SF) fragten mich, wie ich mich den jetzt fühle. Und in erster Linie würde ich sagen, es ist ein Nicht-Gefühl. Klar, die letzten Tage waren auch gut gefüllt, am Mittwoch noch im Yosemite-Park, Donnerstag arbeiten, Freitag noch ein paar Sachen regeln, Karl-Heinz verabschieden. Samstag Party im Dolores-Park bei Sonnenschein, mit Ursel und Wibke plus Besuch Mike aus Deutschland. Abends mit „meinem“ Auszubildenden ;-) Benjamin samt Frau zum Essen verabredet (die kommen aus Solingen, leben aber nun in Bosten und machen gerade in Kalifornien Urlaub – und ich sage „mein“ Azubi, da ich damals in meiner ersten und letzen IT-Festanstellung im selben Raum saß wie er).

Sonntag GayPride bei richtiger Sonne, die Platte hab ich mir nicht nur ansatzweise verbrannt. Ich bin echt beeindruckt, wie sehr diese Party die komplette Stadt in den Bann zieht. Das Civic-Center ist echt eine weitläufige Anlage, aber hier sind jetzt Tausende auf den Beinen. Nun, politisch sicher genauso zu kritisieren wie der CSD in Köln, teures Bier, schlechtes Essen für richtig viel Geld, aber trotzdem ne coole Tagsüber-Tanzveranstaltung…

Montag dann Koffer packen und Wohnung putzen. Ist ja aller überschaubar, aber mental hab ich dann doch den ganzen Tag gebraucht. Nachbarin Bettina kam irgendwann vorbei und klärte mich auf, dass es Kugelschreiber uns sonstige Kaffeebecher, Locher und anderen Kram sicher auch in Deutschland geben wird. Nun, genauso wie ich mich letztes Jahr vor der Abreise leicht von viel Kram getrennt habe, scheine ich mich jetzt von dem billigsten Ikea-Teppich, den ich ja schließlich in Amerika gekauft habe, kaum lösen zu können (auch wenn ich den in Godorf ebenfalls für ein paar Euro bekomme…). Irgendwann entscheidet das begrenzte Gewicht an Gepäck darüber, sich doch von dem einem oder anderem trivialem Teil zu trennen. Und immer noch zu schwere Koffer, nun, die Frau am Schalter sah mein Bemühen, dass ich ein paar Schuhe raus geräumt habe, und ich nur froh bin, meinem mich „zum-Flughafen-Bringer“ diese in die Hand drücken zu können, denn auch zwei fette Rucksäcke Handgepäck, die sicher an die 15 Kilo das Stück kommen, sind definitiv ebenfalls picke packe voll!

Wie ich mich fühl – auch wenn ich mich wiederhole – keine Ahnung. Ich fühl mich eher wie auf einer längeren Zug-Reise von A nach B, mit dem sicheren Gedanken, dass ich diese Strecke noch das ein oder andere Mal zurück legen werde. So kamen mir auch die letzen Tage vor. Es waren zwar ein paar Gelegenheiten, wo ich mich von Susi, von Karl-Heinz oder gestern von Bettina verabschiedet habe, aber es war nicht wie Abschied, es war wie langes Auf-Wiedersehen. Natürlich weiß ich schon seit geraumer Zeit, dass ich San Francisco verlasse, hab ich mich sicher innerlich drauf eingestellt. Wahrscheinlich bleibt das erwartete Drama deswegen aus. Aber eben, weil ich mir auch sicher bin, dass die Kontakte – in welcher Art auch immer – bestehen bleiben, ist es kein Abschied auf immer. Und Dank der neuen Medien, ob jetzt triviales Telefon, oder eben Skype oder anderem Kram, ist die Welt eben wie ein Dorf…

Ich kann es mir an der Stelle nicht ganz verkneifen – mein „Zum-Flughafen-Bringer“ Keas ist schon was Besonderes. Wie besonders? Keine Ahnung. Ich erwarte seinen Besuch im Herbst in Köln, und alles Weitere sieht man dann…


Erst mal wieder eingewöhnen, wieder in Deutschland ankommen, wahrscheinlich werde ich mit dem Betreten meiner Wohnung in Köln, was in ein paar Stunden sein wird, sofort das Gefühl des zu Hause seins haben. Und alles andere bringt die Zeit.

Bin bereits gefragt worden, ob ich den Blog einstelle, oder ob ich weiter mache. Nun, es wird sicher in den nächsten Wochen noch „The-Best-of-San-Francisco-Fotos-Teil-Zwei“ geben, und wie im Winter habe ich mir fest vorgenommen, eine Arte „Rückbetrachtung“ zu machen, was mir jetzt nach fast einem Jahr immer noch absurd vorkommt. Wie zum Beispiel das Geld – können die keine unterschiedlichen Farben zum drucken nehmen, bis heute kram ich achtmal am Tag mit diversen Dollar-Scheinen rum.

Oder aber auch die schönen Seiten. Wenn die Leute im Dolores-Park entweder mit Goldzöpfen oder mit schicken Kleid rum laufen und wie die Kinder Spaß am Hula-Hopp-Reifen oder am Drachen-Steigen lassen haben. Sicher ist hier und dort auch ein wenig Hasch für die Leichtigkeit verantwortlich, aber hat eben sehr hohen Freizeitwert. Und da alle etwas verrückt sind, fällt der einzelne kaum auf, und ein „Guck-Mal-Der-Da“ ist von daher auch selten zu finden…

Nicht zuletzt würde ich schon gerne weiter Schreiben. Ob das über Amerika ist, oder auch über andere Dinge. Vor allem will ich mehr mit meinen Fotos machen. Hatte durchaus Jahre, wo ich so gut wie gar nicht fotografiert habe. Dieses Jahr war da endlich wieder anders. OK, Dank guter Kamera und großzügiger Speichermedien ist es heute egal, wie oft man den Auslöser drückt… Nun, ich hab’s zumindest seit letztem April über 10.000 Mal gemacht, habe neulich eher zufällig gemerkt, dass meine Kamera bei 9999 wieder auf 0 gesprungen ist, aber auch jetzt schon wieder Richtung 1.000 läuft…

Also, es bleibt alles im Fluss – werde sicher noch ein paar Mal nachlegen hier, und wer weiß, wann ich das nächste Mal in die Staaten fliege. Bis dahin wird’s im Blog vielleicht etwas ruhiger. Aber erst mal bleibt er Online!

In diesem Sinne – bis die Tage, ich bin dann mal zum CSD, vorher noch zu Muttern zum Mittag-Essen, Thomas wird am Montag 40, Dienstag hat Uwe Geburtstag und ab Mittwoch wird wieder regulär gearbeitet… Danach gibt’s Futter! Schönes Wochenende – oder wie man in SF sagt: Happy Pride!

[ein paar Stunden später] So, sitz nun im ICE von Frankfurt nach Köln. Schon witzig. Das letzte, was ich jetzt eben so richtig gesehen habe, waren die Antennen auf dem Twin Peaks, eben guckten nur die Spitzen oben raus, wie das im Sommer gerne so ist, wenn der Nebel über die Hügel in die Stadt zieht, einen letzen Blick auf die Bay Bridge, und dann geht’s über Ewigkeiten runder oder eckiger Felder, über Eismassen… Irgendwann, einige Stunden später sehe ich dann, dass wir über Deutschland sind, sehe den Rhein, kann nicht genau sagen, ob das jetzt Krefeld, Neuss oder sonst was ist, Düsseldorf hätte ich erkannt. Das erste, was ich eindeutig erkenne, ist die Autobahnauffahrt Wermelskirchen und die Raststätte Remscheid, die ist nicht zu verkennen… Nun, eben noch San Francisco Down Town, jetzt Raststätte Remscheid ;-)

Schon ein merkwürdiges Gefühl, fliege übers Bergische, erkenne da aber nichts, jetzt auf dem Weg nach Köln, der erste Eindruck nach so lange Zeit ist wieder merkwürdig, die Leute wirken zumindest auf mich bei Weitem nicht so freundlich, und alles sehr formell. Aber die ersten SMS sind verschickt, und gleich gibt’s die ersten Leute am Bahnhof, die mich abholen. Jetzt freue ich mich gerade richtig!

[jetzt über einen Tag später] Die erste Nacht ist in Köln verbracht, heute war ich bereits zum Grillen im Bergischen bei meinen Eltern. Es ist nicht alles so völlig anders, so wie ich es im Winter erlebt habe. Schon, es ist einiges anders, aber vieles liegt im Detail.

Als ich auf dem Heimweg von meinen Eltern in den Lidl in Untereschbach gesprungen bin, um mich wieder einzurichten, da weder Shampoo im Bad noch ein Rest Senf im Kühlschrank ist, hatte ich noch eine ganz nette Begegnung.

Auf dem Band stand neben Persil und Kaffeepads auch eine Kiste Sekt als auch eine Kiste Rotwein – da am Wochenende das Haus mit CSD-Gästen voll ist. Die Verkäuferin schmiss mir ein süffisantes „Hallöchen“ entgegen, und meinte zum Alkohol auf dem Laufband „aber nicht alles heute Abend ;-)“, worauf ich nur sagte, dass es aber doch fürs Wochenende OK sei. Na, und die Fünfziger, mit denen ich bezahlte, wanderten nicht in die Kasse, sondern in einen Schlitz an der Seite. Peinlicher Weise konnte ich es mir nicht verkneifen, als ob sie mir ansehen könnte, woher ich gerade komme „Das ist ja genauso wie in Las Vegas“ (weil hier die Kohle am Spieltisch ebenfalls rasant schnell in einem Schlitz im Spieltisch verschwindet…), und sie bestätigte meinen Kommentar mit einem Grinsen.

Ich stehe auf dem Parkplatz und räume den Einkauf ein, und auf einmal eine rufende Stimme „Hey, Ihr Nutella“, und die Kassiererin rannte mir bis zum Auto hinterher… Witzig. Und schon das Gefühl, nein, nicht alles Amis sind freundlicher, sondern es liegt schon in einem selbst, und wie man halt in den Wald schreit. Ohne dieses Flaxen an der Kasse wäre ich sicher ohne Nutella nach Hause gefahren. Ach, und ein sattes, ach wie ist doch alles schön, macht sich in mir breit!

Fortsetzung folgt!