Cable Car Museum, Point Bonita, Mount Tamplais, Bolinas, Monterey, Point Lobos und wie man in San Francisco parkt

Freitag, 27. März 2009
Besuch heißt gerade, auch wieder viel anzuschauen und herum zu reisen. Die meisten Orte habe ich im Herbst zwar schon gesehen, aber auch beim zweiten Mal ist es einfach nur gigantisch, welch schöne Ecken das nördliche Kalifornien hat. Und obwohl ich weiß, dass genau diese Bilder schon 1000 Mal auf meinem Rechner sind, dank der Digitalfotografie und nichts mehr kostendem Speicherplatz kann man ja einfach drauf halten.

Cable Car Museum


Am Wochenende waren Georg und ich im Cable Car Museum. Letztendlich kein wirkliches Museum, da es das aktive Kraftwerk der laufenden Cable Cars ist. Sprich, hier laufen die unterirdischen Kabel der noch vier betriebenen Linien zusammen und werden von hier aus angetrieben. Ich finde es einfach nur beeindruckend, wie viel Kraft hier produziert werden muss, und wie viel Meter „Cable“ durch die Stadt laufen, um diese besondere Seilbahn zu betreiben.

Dann doch wieder ein Museum, viele Bilder vom Erdbeben 1906, das die Stadt ziemlich zerstört hat, die Entwicklung der Straßenbahnlinien, Konkurrenz von Bussen und Cable Car und ein riesiger Souvenir-Shop. Auf jeden Fall lohnenswert und da der Eintritt frei ist kein Risiko einer Ă€rgerlichen Investition.

Point Bonita, Mount Tam und Bolinas


Ab Montag hatten wir einen Mietwagen. Ohne Auto kann man nur begrenzt Dinge machen. Eine Infrastruktur wie eine Deutsche Bundesbahn gibt’s es de Facto nicht. Klar, es gibt die BART, die eine gute Verbindung zum Flughafen oder nach Oakland garantiert, und den CalTrain, der einen schnell ins Silikon Valley bringt, aber darĂŒber hinaus gibt’s kaum Schienenverbindungen. Bei der letzen Wahl im November wurde ĂŒber den Bau eines Schnellzugs abgestimmt, der San Francisco mit Los Angeles und San Diego verbinden wird. Gerade diese Verbindung macht echt Sinn, aktuell erreicht man L.A. in angemessener Zeit nur per Flugzeug oder eben per Auto.

Ich glaube, jeder kennt das Klischee, dass der Amerikaner Auto-verrĂŒckt ist. Wenn man hier eine Weile lebt, wenn man sieht, dass es keine ernsthafte Alternative wie bei uns die Bahn zum Auto gibt. Wenn man sieht, wie weit die Strecken sind, die der Amerikaner zurĂŒck legt, um von A nach B zu kommen, gewinnt man auch ein wenig VerstĂ€ndnis, dass das Auto eines der sensibelsten Punkte ist. Und dass dies auch unter Obama einer der zentralen Themen ist, erschwinglichen Sprit zum Auto-Fahren zu sichern.

Nicht, dass dies einen Irak-Krieg rechtfertigen wĂŒrde, man begreift aber, dass das Auto einfach konkurrenzlos wichtig ist. Und dann spielen eben Dinge wie Bequemlichkeit, GrĂ¶ĂŸe und Kaffeebecherhalter bei der Wahl des Autos eine Rolle. Umweltschutz passiert wahrscheinlich nur dann, wenn der Hersteller das automatisch eingebaut hat. Und ich glaube, da muss keiner mit den Finger auf den Ami zeigen, bei uns fĂ€hrt auch keiner mit der Pferde-Kutsche weil er ein ökologisches Bewusstsein hat
 In der Konsequenz sind die Deutschen da genau so bequem wie die Amerikaner. Nun denn.

Point Bonita ist einfach nur wunderschön und bietet den Blick von weitem auf die Golden Gate. Temperaturen sind auch hier nur um die 10 Grad, keine Wolke, Sonne, und potentiell gefĂ€hrlich, einen Sonnenbrandt zu bekommen. Bei dem Wetter bietet sich der Besuch von Mount Tamplais an. 30 Kilometer von San Francisco entfernt. Bei klarem Wetter sieht die Stadt aus wie in einer MĂ€rklin-Landschaft, der Blick ĂŒber die Bucht ist gigantisch.

Wir haben immer noch Zeit und fahren nach Bolinas. Es gibt eben Ort auf dieser Welt, die sind zwar nur eine halbe Stunde weg, man hat aber das GefĂŒhl, die Zeit dort ist stehen geblieben, und man erlebt das Amerika der 60er. Eine Kneipe, hier passt eher das Wort Saloon, statt Pferden stehen ein paar Mountain Bikes vor der TĂŒr. Der alte Dorf-Depp an seiner Gehhilfe quatscht uns zu, erzĂ€hlt uns, wo es zum Stand geht, trinkt n Bier, raucht sich ein Joint. Der Mann von der Fleischtheke im Supermarkt, der uns gerade noch ein Sandwich gemacht hat, kommt kurz nach uns aus dem Laden, geht rĂŒber zur Kneipe, raucht sich eine, kommt wieder, die Geschwindigkeit des Lebens scheint hier eher zeitlupenmĂ€ĂŸig zu sein.

Parken in San Francisco


Neben der Schönheit der Natur sind es manchmal Dinge des tĂ€glichen Leben, die einem in Erinnerung bleiben. ParkplĂ€tze gibt es so viele wie in der Kölner Innenstadt – nĂ€mlich keine. Parkuhren wollen frĂŒh am Morgen gefĂŒttert werden, oder es kommt ab sechs Uhr morgens die Straßenreinigung, die das Abstellen des Autos einfach verhindert, wenn man nicht in den frĂŒhen Morgenstunden erneut einen Platz suchen möchte.

An den Parkuhren steht leider keine Zeit, ab wann die bedient werden mĂŒssen. Im Hotel von Almut und Christina erfahren wir, dass man wohl ab sechs Uhr Quarter einwerfen muss. Wir fragen einen Mann auf einem gebĂŒhrenpflichtigen Parkplatz, wie teuer dieser sein wĂŒrde, da man an den Parkuhren korrekter Weise nur eine Stunde stehen darf, und wir außerdem nicht von sechs bis zehn Uhr jede Stunde zur Uhr laufen und nachwerfen möchten. Dieser Mann sagt, ab sieben Uhr mĂŒssen die Parkuhren bedient werden. Der Freund meiner Nachbarin sagt neun Uhr, dies scheint aber eher fĂŒr Außenbezirke zu gelten.

Wie haben uns im Prinzip schon fĂŒr den 7 Dollar teuren Parkplatz entschieden – bis Georg zu uns stĂ¶ĂŸt. Auch er hatte sich im Hotel erkundigt, strahlte, und brachte ein blaues Schild mit: „Das ist der private Behindertenausweis des Pförtners des Hotels“. Das könnten wir in das Auto hĂ€ngen, dann wĂ€re das Parken frei. Wir sollen dafĂŒr sorgen, dass keine Touri-Sachen im Auto rum liegen, und auch versprechen, den Ausweis am nĂ€chsten Morgen wieder zu bringen, aber damit sei das Parken kein Problem.

So ganz angenehm fand ich das jetzt nicht, vor allem, was ist, wenn das auffliegt, aber nun isses so. Unser Auto steht am nĂ€chsten Morgen noch da, auch ohne Ticket. Georg sagt noch, gucke mal, der hinter uns hat auch einen Ausweis am Spiegel hĂ€ngen. Ach, der vor uns auch. Bei Durchfahren der nĂ€chsten drei Straßen achten wir drauf. Es hĂ€ngt in jedem Auto ein Behindertenausweis. Nun denn – soviel zum „privaten Ausweis des Pförtners“ ;-) So scheint man also das Parkuhrenproblem fĂŒr die Anwohner gelöst zu haben :-D.

Ano Nuevo


Eine gute Stunde Autofahrt sĂŒdlich von San Francisco liegt das Natur-Reservat Ano Neuvo. Hier kommen See-Elefanten – Elephant Seals an den Strand, um Nachwuchs auf die Welt zu bringen und aufzuziehen. Die Pupping-Season, sprich, die Zeit von Wurf und Aufzucht ist fast vorbei, die weiblichen Tiere haben fast schon alle das Land verlassen, um wieder auf Nahrungssuche zu gehen (die Essen wohl diese zwei Monate nix), nur die jungen See-Elefanten sind noch da – die schlanken wohl um die 150, die gut genĂ€hrten um die 250 Kilo – nun denn, beim Wort „Welpen“ denkt man eher an zierliche Tiere. Das hier ist anders.

Gigantisch ist, dass man wirklich bis auf fĂŒnf Meter an die Tiere kommt, ohne dass die sich gestört fĂŒhlen, oder dass es gefĂ€hrlich fĂŒr einen selber sein könnte. Die Tour ist gefĂŒhrt, von daher bekommt man Instruktionen, bis wohin es sicher ist. Interessant ist ebenfalls, dass auch drei verendete Tiere ein wenig ab vom Schuss liegen. An zweien bedienen sich gerade ein paar Vögel, der dritte See-Elefant scheint schon so lange tot und bereits ziemlich ausgetrocknet zu sein, dass dieser nicht mehr als Futter dient. Ich merke, dass ich zum ersten Mal an einem Ort bin, wo ein natĂŒrlicher Kreislauf von wilden Tieren statt findet. Dazu gehört hier eben, dass tote Tiere nicht entsorgt werden, wie es in Deutschland in der Regel der Fall ist, sondern einfach verrotten und verwesen, bis sie weg sind.

Monterey und Point Lobos


Der Ort Monterey ist wunderschön, erinnert aber auch ein wenig an Sylt (war noch nie da, stell mir das aber so vor) oder an den Breisgau, Orte, die eher Seniorengegenden sind. Zumindest die Menge an Massagepraxen, Reha-Einrichtungen und Gesundheitszentren lassen dies vermuten. Wir fahren am Mittwoch den 17-Mile-Drive - auch wenn der Eintritt, eher die Einfahrt, das es wirklich kaum zum wandern gedacht ist, knapp 10 Dollar kostet – sollte man sich das nicht entgehen lassen. Schon einer der schönsten Fleckchen Erde, den ich hier bislang gesehen habe.

Anschließend fahren wir ein paar Kilometer weiter zum Point Lobos – Picknicken, natĂŒrlich fahren wir mit dem Auto direkt bis zum Holztisch heran – ganz amerikanisch. Und genießen die Idylle. Auch hier kostet die Einfahrt ins GelĂ€nde 10 Dollar, also, alles kostet Geld. Aber auch das lohnt sich. Der 17-Mile-Drive fĂŒhrt vorbei an jeder Menge Villen, riesigen GolfplĂ€tzen und wunderschöner Bonzen-Anwesen. Wunderschön, zum Wohnen aber zu schön. Maximal als Wochenend-Domizil. Aber da fehlt noch das nötige Kleingeld. Point Lobos hingegen ist unbebaut und reine Natur. Wer sich entscheiden muss – ich wĂŒrde fast Point Lobos vorziehen. Wenn es geht, sollte man sich aber beides anschauen.

Wir setzen uns auf die Felsen. Es ist Wal-Wanderung-Season, am morgen haben andere Besucher Wale gesehen, die gerade vom SĂŒden in den Norden ziehen. Aber so sehr wir uns bemĂŒhen, wir sehen leider keine Wale. Aber jede Menge Vögel, jetzt See-Löwen und Erdhörnchen, die wissen, dass der Mensch leckeres Essen bringt, und sich deswegen fast streicheln lassen.

Soweit diese Woche. Urlaubmodus ist wieder da. Ich höre schon die Worte meines Bruders „Arbeitet der eigentlich auch irgendwann mal?“ Um die Antwort vorweg zu nehmen. Ja. Habe letzte Woche eine Job fĂŒr die WDR Mediagroup fast zu Ende gemacht, der nĂ€chste ist gerade beauftragt, und ganz nebenher ist noch ein Auftrag fĂŒr die Webseite einer Grafikerin rein gekommen, wodurch sich jetzt sogar meine Flex-Fortbildung, die ich am Montag endlich beginnen wollte, wieder nach hinten verschiebt. Aber alles was Geld bringt, hat eben Vorrang. So liegt man Arbeitsschwerpunkt nach wie vor in Deutschland. Und so wie es aussieht, wird sich das auch auf meine weiteren Planungen auswirken
 Aber dazu zu einem spĂ€teren Zeitpunkt mehr


Alltag, wechselhaftes Wetter, Sausalito, Besuch aus Deutschland und Computer-Hacker

Sonntag, 22. März 2009
An der Überschrift ist zu erkennen, dass es viel zu erzĂ€hlen gibt. Es sind zwei Wochen seit meinem letzen Eintrag verstrichen, und langsam fangen einzelne Leute an zu fragen, ob ich eine Schreibblockade hĂ€tte?

Nein, eine Schreibblockade habe ich nicht, aber mein GefĂŒhl, schreiben zu mĂŒssen, ist wesentlich geringer als im letzen halben Jahr. Alltag kehrt ein, was ich als ganz angenehm erlebe. Auch scheinen endlich die Nachwehen der anstrengenden Zeit ĂŒber Weihnachten vorbei zu sein. Hier ist jetzt arbeiten und einleben in die neue Umgebung angesagt. Aber ich habe das GefĂŒhl, dass ich schon seit Ewigkeiten hier bin, mich einfach sehr gut zurechtfinde, und deswegen aktuell wenig fĂŒr berichtendwert halte.

Gucke ich zurĂŒck, habe ich im Herbst verschiedene Berichte angefangen, ĂŒber die Amis und ihr Geld, ĂŒber den öffentlichen Nahverkehr in San Francisco, ĂŒber unterschiedliche Maßeinheiten und dass man im Alltag an jeder Ecke darĂŒber stolpert. Aber es hat derweil sowas normales bekommen, dass es mir fast schon ĂŒberheblich vorkommt, darĂŒber zu berichten.

Nun denn, es geht weiter. Seit einer Woche sind Georg aus Berlin als auch Almut und Christina hier. Die beiden letzteren sind die MĂ€dels aus Köln, die seit letzem Sommer auf Weltreise waren (www.reisen-statt-rosten.de) und ihren letzten Stopp hier in San Francisco eingelegt haben. Es ist spannend, als ich die beiden vom Flughafen abholte, ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich das allererste StĂŒck Heimat bin, das sie nach sieben Monaten reisen treffen. Es ist schön, sich austauchen zu können, wie man es erlebt, fĂŒr so lange Zeit von zu Hause fort zu sein. Die beiden haben viel zu erzĂ€hlen, aber eben auch die Schwierigkeit, wo fĂ€ngt man an, wenn man so lange unterwegs war und vieles gesehen hat. Ein GefĂŒhl, dass ich sehr gut aus Köln kenne, als ich zurĂŒck war. Aber es wird nicht langweilig, da stĂŒckchenweise immer wieder EindrĂŒcke zu den unterschiedlichen GesprĂ€chen passen und dann auch einfließen.

Und Georg ist ein Uraltfreund, das ist einfach entspannt und angenehm (was natĂŒrlich mit Almut und Christina auch so ist!), wen Vertrautes um sich zu haben.

Beim aktuellen Wetter sollte man allerdings nicht meinen, in Kalifornien zu sein. Klar, es sind ein paar Grad wĂ€rmer als in Deutschland, und man kann entspannt mit einer dicken Sweatshirt-Jacke vor die TĂŒr gehen, aber immer wieder ist es zugig in den Restaurants, wenn tagsĂŒber die Sonne nicht da ist oder man an der Straßenbahnhaltestelle wartet, wĂŒnscht man sich manchmal doch eine Winterjacke. Mein Schal ist zumindest treuer Begleiter! So sind die ersten Fotos von letzem Sonntag, an der wir uns ans Ferry-Building, zum Embarcadero und auf den Coit-Tower bewegt haben. Auch nicht schlimm, wenn es mal etwas fieselt. Aber es ist einfach noch sehr wechselhaft. Ab 15. MĂ€rz, so versprach es mir Karl-Heinz, wird das Wetter gut!

Sausalito


Donnerstag war dann endlich Kracher-Wetter. Die Sonne ballerte durch meinen Erker. Das ist echt schön in meiner neuen Wohnung, ganz im Gegensatz zu meiner temporĂ€ren Bleibe sitze ich jetzt mitten im Wetter, muss leider sogar teilweise die Jalousien runter lassen, wenn ich am Rechner arbeite. Aber die Sonne wandert ja und so kann ich zumindest immer eins meiner drei Fenster frei lassen. Es ist schön, beim Denken ĂŒber die Arbeit einfach den Blick schweifen lassen, und gucken, wer hier so auf und ab lĂ€uft. Bunt isses, und nach zwei Wochen sieht man einzelne Gestalten auch zum wiederholten Male. Erinnert mich ein wenig an das halbe Jahr, als ich meinen Arbeitsplatz von zu Hause in ein externes BĂŒro gelegt hatte – dort gab es ebenfalls eine große Scheibe zum gucken


Nun denn, Donnerstag war also gutes Wetter, das meiste meiner Arbeit war getan, und ich wartete ohnehin noch auf Feedback, um richtig weiter arbeiten zu können. Habe mir kurz entschlossen den Tag frei genommen und bin mit Georg nach Sausalito gefahren. Das ist ein kleines Örtchen auf der anderen Seite der Bucht. Man fĂ€hrt mit der FĂ€hre, die unverschĂ€mt teuer ist, aber da eine touristische Attraktion, wird der Preis auch gezahlt. Sausalito selber ist dann wirklich ein kleines Örtchen. Wir mussten uns eine ganze Weile darĂŒber amĂŒsieren, dass die Frau am Touristik-Kiosk uns das ein paar Mal hintereinander erzĂ€hlte. „Es ist ein kleiner Ort, links sind ein paar Restaurants und Bars, und es ist wirklich ein kleiner Ort, und dort seinen ein paar Kneipen und Restaurants
“ ;-) WĂ€re wir nicht weiter gegangen, hĂ€tte sie das gewiss auch ein drittes Mal wiederholt. Ein Schlag der Amerikaner scheint einfach so zu sein, dass man einfach von vorne wieder anfĂ€ngt, wenn einem nichts mehr einfĂ€llt. In Deutschland wĂŒrde man die Leute fĂŒr blöd erklĂ€ren und vielleicht auch etwas entrĂŒstet sein, wenn man an einem Abend drei, viermal die gleiche Frage gestellt bekommt. Hier ist mir das schon mehrfach passiert.

Das blau-weiße HĂ€uschen ist ĂŒbrigens nicht der Touristik-Kiosk, sondern das eigentliche Touristik-Center, einschließlich einer Fotoausstellung ĂŒber die Geschichte von Sausalito sowie von berĂŒhmten Menschen, die aus Sausalito stammen. Ich glaube, an der GrĂ¶ĂŸe des HĂ€uschen kann man erkennen, dass Sausalito wirklich ein richtig kleines Örtchen ist ;-) .

Sausalito hat den Charme vom Bodensee – es gibt einen riesigen Jachthafen. Bei manchen Schiffchen ahnt man, dass man fĂŒr den gleichen Preis sicherlich nicht nur ein EinfamilienhĂ€uschen bekommt. Andere sind eher etwas Bescheidener, aber sicher auch nicht in der Preisklasse eines Mittelklassewagens. Habe mich gefragt, wie viel Geld hier einfach nur rum liegt, und wahrscheinlich nur wenige Tage im Jahr bewegt werden.

Von der Hauptstraße aus fĂŒhren die Straßen in die am Hang gelegenen Wohngebiete. Hier wird noch mal ein StĂŒck Amerika deutlich. Wir als FußgĂ€nger irritieren den kompletten Verkehr. In einer Situation kommen sich zwei Autos entgegen, direkt wo wir gerade waren, und es schien erst mal einen Schrecken beim Autofahrer zu geben, der nicht mit uns gerechnet hat. Keine gefĂ€hrliche Situation, aber man spĂŒrt „mal wieder“ ganz deutlich, dass in der Regel FußgĂ€nger nicht vorgesehen sind und auch gerne die BĂŒrgersteige fehlen. Nun denn, dass hat allerdings den Vorteil, der Ami geht auch nicht spazieren, man ist also alleine unterwegs, und wenn man an privaten GĂ€rten vorbei kommt, wird man wie ein guter Nachbar freundlich gegrĂŒĂŸt.

Opfer von Computer-Hackern


Tragsicher Weise musste ich an Freitag feststellen, dass meine Daten bei meinem Provider gehackt worden sind. Alle wichtigen Dateien sind von dritter Seite verĂ€ndert worden, sodass beim Aufruf sĂ€mtlicher Webseiten, die ich erstellt habe, einen Virus geladen werden soll. Keine Angst, der Schaden ist behoben, es sind auch alles Daten gesichert, sodass ich alles reparieren konnte – aber es sind jetzt 1 Âœ Tage Computerarbeit einfach damit verflogen, alles wieder zu richten. Da spĂŒrt man einfach, wie viel Zeit, auch fĂŒr völlig ĂŒberflĂŒssige Dinge, vor der Computer-Kiste verstreicht. Sicherlich auch eine neue Erfahrung. Es ist jetzt zu klĂ€ren, wodurch das möglich war. Mein Provider stellt sich etwas stur, und sieht keinen Handlungsbedarf, so muss ich bis zu den normalen BĂŒrozeiten am Montag warten. Keine Hilfe bei der Hotline. Aber so ist derweil meine Erfahrung, wenn man mit Standardfragen kommt, gibt es schnell Lösungen, wenn man aber mit SonderfĂ€llen oder Ausnahmesituationen kommt, erlebt man gerne das „Der Kunde, mein Feind“-PhĂ€nomen. Nein, will nicht klagen, der Support war durchaus freundlich, verstanden haben die Leute vom Support das Problem leider nicht. Da ist man dann leider machtlos. Und das auszuhalten, fĂ€llt mir dann nicht leicht.

Zum Alltag gehört Kino


Eine Art Urlaubsmodus kann ich dieses Mal nicht mehr feststellen, was wahrscheinlich auch gut ist. So gewinne ich gerade einen Blick auf meine Amerika-Geschichte, die mehr geerdet ist, die sachlicher ist und mir einen klareren Blick verleiht. Die Euphorie des Neuen ist verblasst, und jetzt geht’s einfach auch darum, den Alltag zu gestalten.

FĂŒr mich gehört da auf jeden Fall Kino dazu, glĂŒcklicher Weise laufen gerade auch gute Filme. Am Donnerstag war „Frost/Nixon“ angesagt, Anlass war aber eher, mit meinen drei Besuchern in das Casto-Kino zu gehen. Das Kino ist einfach traumhaft. Bei solchen politischen Filmen mit jeder Menge Dialoge spĂŒre ich dann aber doch, dass mein Englisch noch bei Weitem nicht alltagstauglich ist. Ich wĂŒrde den Film jetzt gerne noch mal auf Deutsch sehen.

Am Dienstag stand „Der Seltsame Fall Des Benjamin Button...“ auf dem Programm. Witzige Idee, das Leben einfach mal rĂŒckwĂ€rts laufen zu lassen, hatte aber das GefĂŒhl, dass der Filme extreme LĂ€ngen hat. Als ich beim Rausgehen sah, dass der Film fast drei Stunden gedauert hat, wirkten die LĂ€ngen dann doch eher dezent. Aber man verpasst jetzt nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat.

Vorletzen Sonntag war ich allerdings in „SLUMDOG MILLIONAIRE“. Ich wĂŒrde sagen, ein Muss!!! Einerseits ist die Geschichte witzig aufgebaut, erst nach einer ganzen Weile versteht man, wie die ErzĂ€hlweise ist und was ĂŒberhaupt passiert. Vor allem weiß man nach dem Film aber mal wieder, wie gut es einem selber geht, und man nicht als kleines Kind in irgendwelchen Slums in Indien ums ĂŒberleben kĂ€mpfen musste. Ein paar Tage spĂ€ter saß ich mit meiner Nachbarin Bettina (www.bettina-pauly.de) zusammen, (die mir ĂŒbrigens diese Wohnung hier verschaffen hat und die noch eine fette Einladung zum Abendessen als Danke-Schön gut hat!) die nach diesem Film genau das gleiche GefĂŒhl hatte. Wir können zwischen Amerika und Deutschland hin und her pendeln, uns dekadent ĂŒberlegen, wo wir unsere Zeit verbringen. Wenn man ĂŒber den Alltagskram dann schon mal lamentiert, und dann einen solchen Film sieht, weiß man, das man echtes GlĂŒck hat mit dem Flecken Erde, auf dem man zur Welt gekommen ist.

So, das soll jetzt mal nicht zu schwafelig werden
 Will nur sagen, ich bin gerade recht entspannt und glĂŒcklich, dass ich diese Gelegenheit bekommen und genutzt habe. Wie es weiter geht, wird sich zeigen...

Klein aber mein – meine eigenen vier WĂ€nde
 Und ich hasse OFFLINE!

Samstag, 7. März 2009
Seit Sonntag wohne ich nun in meiner neuen Wohnung. Endlich. Dieses Mal scheint die erste Zeit in San Francisco jedoch von viel Warten bestimmt zu sein. Warten, bis die ErkÀltung weg ist, warten, bis der Termin zum Einzug erreicht ist, jetzt warte ich noch auf meinen Internetanschluss. Der kommt morgen, und dann ist der Weg zur Welt endlich wieder offen.

Es ist wirklich erstaunlich, wie abhĂ€ngig ich derweil von diesem Medium bin. Nicht nur, dass ich nicht richtig arbeiten kann, sondern das komplette Organisieren, sowohl von GeschĂ€ftsangelegenheiten als auch jeglicher FreizeitaktivitĂ€ten, lĂ€uft bei mir derweil online. Die Umsatzsteuer fĂŒr Februar muss ich noch einreichen – Mist – geht nur ĂŒbers Internet. Was lĂ€uft denn im Kino – Ă€hm, wo hat man das eigentlich frĂŒher her gewusst. Ah, meine Flex-Fortbildung könnte ich ja langsam starten – gleiches Dilemma – die ist auch nur ĂŒbers Web organisierbar. Echt, meine Aufgabe scheint gerade zu sein: Geduld zu haben!

So wackel ich gleich ins Internetkaffee, damit ich zumindest mal ein paar Zeilen von mir hören lasse, und ein paar Bilder meiner Wohnung zeigen kann. Zumindest das geht ohne Internet, eine paar Zeilen vorzubereiten und auch die Fotos so vorbereitet zu haben, dass ich sie nur noch in den Blog stellen muss.

Schwimmen in Mexiko


Zumindest hat mir das die Gelegenheit gegeben, am Mittwoch zum Garfield-Pool zu fahren, einem öffentlichen Schwimmbad im Mission-District. Mission ist Mexico. Der Stadtteil fĂ€ngt ungefĂ€hr an der 14. Straße an und zieht sich bis weit hinter die 28. Straße. Die Stadtplanung ist hier schon amĂŒsant. Die Market-Street, die zentrale Straße der Stadt, fĂ€ngt am Embarcadero an (so heißt dies Straße, die am Wasser entlang aller Piers fĂŒhrt) und zieht sich diagonal schrĂ€g runter ĂŒber Kilometer hinweg schnurstracks gerade aus bis zum Castro. Alle großen Straßen sĂŒdlich der Market sind dann einfach durchgezĂ€hlt. Die 1. Straße ist dem Embarcadero am nĂ€chsten, dann wird einfach hoch gezĂ€hlt. Wenn ich öfters erzĂ€hlt habe, dass das Zurechtfinden in der Stadt einfach ist, hĂ€ngt es eben mit diesem simplen Aufbau zusammen. Wenn man einmal weiß, dass der Apple-Store an der 4. und mein Lieblings-Vietnamese an der 6. ist, dann findet man einfach alles sehr schnell. Und jetzt wohn ich sogar von beidem nur noch einen Katzensprung entfernt.

Alle durchnummerieren Straßen in SOMA-District (South of Market) laufen im rechten Winkel von der Market ab. Das Ă€ndert sich ungefĂ€hr an der 12. Straße. Hier dreht sich das Schachbrettmuster, damit die Straßen endlich schön genau von Westen nach Osten und von Norden nach SĂŒden laufen. Und dort fĂ€ngt das Mission-Viertel an. An der 16. sind noch viele Schwarze im Straßenbild zu sehen. An der 26., an der das Schwimmbad liegt, sind dann so gut wie nur noch Mexikaner zu sehen. Und etwas ab von der Mission-Street, eine der großen Straßen, die sich anfangs parallel zur Market und spĂ€ter mitten durchs Mission lĂ€uft, lungern hier tatsĂ€chlich jede Menge Mexikaner an Straßenecken oder auf den BĂŒrgersteigen herum. Manche mit einem Teller mit der Mittagsversorgung in der Hand, manche rauchen einfach nur, knabbern an Zahnstochern, manche grĂŒĂŸen, manche gucken einfach nur. Ich denke nur, denk dir die Autos weg und spiel ein wenig Mundharmonika-Musik ein, man hĂ€tte das GefĂŒhl, mitten in einem 50er Jahre-Western zu sein.

50er Jahre scheint zumindest auch das letzte Renovierungsdatum des Schwimmbads zu sein. Es gibt Spinte, Schlösser muss man wohl selber mit bringen. Gekachelt sind hier nur der Beckenrand und die Linien auf dem Beckenboden, welche die Schwimmbahnen anzeigen. Der Rest ist plumper Beton. Zumindest gibt es heißes Wasser, und das Schwimmbecken hat eine gute Temperatur. Was richtig gut ist, hier sind die Schwimmzeiten eingeteilt. Ich bin zum „Lap Schwim“ gegangen, was man grob mit „Bahnen-Schwimmen“ ĂŒbersetzen könnte. Sprich, alle die dort sind, wollen auch richtig Bahnen ziehen. Die sechs Bahnen sind in drei Schwimmbereiche eingeteilt nach „slow“, „medium“ und „fast“. Wenn man in Deutschland nicht in einem Schwimmverein ist, kĂ€mpft man beim Freizeit-Sport-Schwimmen gerne schon mal gegen Hausfrauen, die den Kaffeeklatsch durch einem SchwimmstĂŒndchen ersetzt haben, sich trotzdem beim Plausch in die Augen gucken wollen, deswegen nebeneinander schwimmen und schon mal richtig viel Platz einnehmen. Alles nicht schlimm, an vollen Tagen ist das Sport-Schwimmen in Deutschland dann aber eher ein Spießruten-Schwimmen; das ist hier mal gut gelöst.

Auch die Schwimmrichtung. In den Ă€ußeren Dritteln schwimmt man gegen den Uhrzeigersinn, in dem mittleren mit dem Uhrzeigersinn. Große Pfeile an der Kopfseite weisen darauf hin. Kann mir das nur erklĂ€ren, dass man an den Trenn-Seilen, wenn man nebeneinander her schwimmt, zumindest sich in die gleiche Richtung bewegt und nicht dem potentiellen Entgegenschwimmer, wĂ€re es nicht so vorgegeben, beim versehentlichen Verlassen der Bahn mit der Hand ins Gesicht schlĂ€gt. Naja, und alle 10 Meter ist an den WĂ€nden zu lesen, dass laufen nicht gestattet ist. Sowie ein Schild, wie es scheinbar in Amerika in allen öffentlichen RĂ€umen angebracht sein muss, welche ĂŒber die maximale RaumkapazitĂ€t informiert. Hier liegt diese bei 200 Leuten. Ich frage mich nur, bei aller Liebe, wenn hier 200 Leute im Schwimmbad wĂ€ren, also rund 70 auf zwei Bahnen, dann wĂ€re auch hier kein entspannten Sport-Schwimmen mehr möglich ;-). Aber insgesamt mögen die Amerikaner Schilder schon gern – öhm, ich glaube fast, dass das Aufstellen von Schildern im Gesetz verankert ist, an manchen Orten findet man auch absurde Schlider


Soweit, so gut. Da es mit Australien jetzt nicht klappt ;-) habe ich gestern eine Bewerbung an einen potentiellen Auftraggeber gesendet, dessen Profil ich zu 100% erfĂŒlle. Der Job ist auf drei Monate angelegt, was zum jetzigen Zeitpunkt ideal wĂ€re. Bin mal gespannt, ob es hier einen RĂŒcklauf geben wird. Bislang, und das ist ebenfalls eine neue Erfahrung, ist noch auf keine Bewerbung eine RĂŒckfrage gekommen. Da spĂŒre ich, wie verwöhnt ich in Deutschland war. Mache mir jetzt keinen Sorgen, habe aber eben auch hier das GefĂŒhl, dass meine große Aufgabe das Geduld-Üben ist.

In diesem Sinne – ab morgen hoffentlich wieder mit richtigem Internetanschluss! PS - das letzte Foto ist leider nicht mein Blick aus dem Fenster, den sieht man eher davor. Aber der Blick war es am Mittwochnachmittag mal wieder wert, fest gehalten zu werden!





Erfolgreich umgezogen - und ein paar Tage Offline

Dienstag, 3. März 2009
Endlich - die Übergangsphase ist vorbei! Ich bin gestern in meine neue Wohnung gezogen. Nach dem ich ein paar Klamotten aus der Bleibe vom Herbst abgeholt habe, den IKEA (hier sprich: Ei-Kih-Ja) Grundausstattungseinkauf erledigt habe, dann, weil gerade den Mietwagen gebucht, noch einen mittelgroßen Supermarkteinkauf gemacht habe, war ich irgendwann um Mitternacht dabei, noch ein Regal aufzubauen und mir einen Salat zu essen, den ich im Supermarkt in weiser Voraussicht gekauft hatte, da ich wusste, dass ich irgendwann Hunger bekomme.

Meine neue Adresse:

650 Post Street #202
San Francisco, CA 94109

Wer gucken will - HIER - links ĂŒber dem Eingang im ersten Stock - bzw. hier wĂŒrde man im zweiten sagen, hier ist Parterre bereits die erste Etage - das Erkerfenster ist meins...

Bis ich richtig Online bin (sitze gerade in einem Internetkaffee) wird es Ende der Woche sein - bin aber ganz normal ĂŒber meine Kölner Telefonnummer erreichbar... Wird auf mein USA-Handy weitergeleitet, ist also aus Deutschland wie ein FestnetzgesprĂ€ch...

Ende der Woche gibt‘s ein paar Bilder aus der Wohnung - bis dahin ist es vielleicht auch ein wenig eingerichtet ;-)

In diesem Sinne
 dann gehört die Woche also mir! Ach ja, die Short-List fĂŒr den besten Job der Welt ist auch raus. Bin nu nicht drauf, bin jetzt auch nicht ĂŒberrascht, aber es war zumindest ein netter Zeitvertreib – zumindest um gut die Zeit der ErkĂ€ltung zu ĂŒberbrĂŒcken. Die ist nun endlich auch vorbei
 Es reichte auch
 könnte die Woche also nun wirklich etwas Sport treiben!